Supersister

Supersister, niederländische Band, 1969 von dem Sänger und Keyboard-Spieler Robert-Jan Stips (* 1950) in Den Haag gegründet; die Band ging aus der 1967 gegründeten Schülerband Sweet Ok Sister hervor.

Zu Sweet Ok Sister gehörte der Sänger Rob Douw, der aber nicht lange Mitglied der Band blieb. Als er 1969 ging benannten die übrigen Mitglieder der Band – Stips, der Flötist Sacha van Geest, der Bassist Ron van Eck und der Schlagzeuger Marco Vrolijk (auch: Vrolyck) – ihre Band in Supersister um. Der Gruppe um Stips gelang es nach kurzer Zeit, mit ihrer oft ironischen, zwischen Jazzrock und Progressive Rock stehenden Musik bei Polydor Records einen Plattenvertrag zu bekommen. 1970 erschien mit »Present from Nancy« das erste Album der Band, das jedem Vergleich mit britischen Bands standhielt. Jahr um Jahr folgten weitere LPs, 1972 »To the Highest Bidder«, 1973 »Pudding en Gisteren« – eigentlich die Musik zu einem Bühnenspektakel –, 1973 »Iskander«, dazwischen noch eine um Live-Aufnahmen angereicherte Zusammenstellung.
Vor den Aufnahmen zu »Iskander«, einem veritablen Konzeptalbum um Alexander den Großen, hatten van Geest und Vrolijk die Band verlassen, für sie waren der Schlagzeuger Herman van Boeijen (auch: Boeyen) und der amerikanische Saxophonist und Flötist Charlie Mariano in die Band gekommen. Die Umbesetzung hatte Folgen: Ohnehin stets dem Jazz nahe, stand er in der Musik Supersisters nun im Vordergrund und verschreckte die Fans der Band – die in der Regel nur die ersten drei Alben der Band gelten lassen. »Iskander« war auch kommerziell nicht so erfolgreich wie erhofft. Mariano verließ die Gruppe und wurde für kurze Zeit durch Elton Dean ersetzt. 1974 wurde dann mit »Sweet Okay Supersister« die für Jahre letzte LP der Band veröffentlicht, war aber tatsächlich aber eine Arbeit von Stips und van Geests, die das unkonventionelle und in Teilen geradezu dadaistische Album mit mehr als einem Dutzend Gastmusikern eingespielt hatten.
Als gegen Ende der 1990er-Jahre das Interesse des Rockpublikums am Progressive Rock wieder stieg, tat sich Supersister zunächst nur für einen Auftritt beim Progfest in Los Angeles wieder in der Besetzung der Jahre 1970 bis 1973 wieder zusammen. Von dem Erfolg des Auftritts ermuntert, ging das Quartett in den Jahren 2000 und 2001 jeweils auf eine kurze Tournee durch die Niederlande, und es wurde unter dem Titel »M.A.N.« eine Sammlung von raren und unveröffentlichten Aufnahmen der Band aus den Jahren 1969 bis 1973 veröffentlicht. Der plötzliche Tod van Geests machte den Plänen der Musiker eine abruptes Ende.
Auch eine zweite Reunion der Band bleib unvollendet: Stips, Vrolijk und van Eck waren anlässlich einer rockhistorischen Show im holländischen Fernsehen aufgetreten und hatten sich bereit gefunden, beim Nearfest 2011 aufzutreten, als van Eck schwer erkrankte und wenige Monate später starb.
Die Musik Supersisters setzte schon mit deren erstem Album »Present form Nancy« in Erstaunen, denn die Band benutzte die Klangwelt des Canterbury Rocks in virtuoser Weise – und ironisierte ihn auch schon. Durch die mit »Iskander« eingeleitete Verschiebung der Musik in größere Nähe zum Jazz gewann sie nicht etwa, sondern erschien konventioneller. In der Tat sind die ersten drei Alben der Gruppe die interessanteren.
Robert Jan Stips hatte mit seiner Band Supersister für sich selbst den Grundstein einer beeindruckenden Karriere in der niederländischen Rockmusik gelegt. Er gehört zum ständigen Umfeld von Golden Earring, gründete die außerhalb Hollands weniger bekannten Bands Sweet d’Buster und Transsister, produzierte unter anderem Alben von Cloud Nine, Vitesse und Hans Vandenburg (Gruppo Sportivo, Buddy Odor), veröffentlichte Solo-LPs und übernahm 1981 für 15 Jahre bei der Band The Nits die Keyboards, verließ die Band zwar 1996 für einige Jahre, gehört ihr seit 2003 aber wieder an.


Diskografie

Present from Nancy (1970; 1972 in den USA veröffentlicht)
To the Highest Bidder (1971)
Pudding en Gisteren (1972; auf manchen Covers Pudding and Gisteren)
Superstarshine Vol. 3 (1973; Zusammenstellung, ergänzt um Single- und Live-Aufnahmen)
Iskander (1973)
Startrack Vol. 1 (1973; Zusammenstellung)
Spiral Staircase (1974; unter dem Titel Sweet Okay Supersister veröffentlicht)
M.A.N. – Memories Are New (2000)
Supersisterious (2000)
The Universal Masters Collection (2002)


Weblink

http://supersister.nl (Offizielle Website der niederländischen Band Supersister)