The Go-Betweens

Go-Betweens, The, australische Rockband, 1977 von Robert Forster und Grant McLennan (* 1958, † 2006; Gesang, Gitarre,Bass) in Brisbane gegründet; die Band wurde nach dem Tode McLennans 2006 aufgelöst.

Bandbiografie

Forster und McLennan lernten sich 1977 als Studenten an der University of Queensland kennen und beschlossen, obwohl in musikalischen Dingen vollkommen unerfahren, eine Band zu gründen. Mühsam fanden sie Musiker, die mitmachen wollten: Die Schlagzeugerin Lissa Ross bleib nur wenige Woche, der Schlagzeuger Tim Mustapha nur wenig länger, bis 1979 die Schlagzeugerin Lindy Morrison auf Dauer hinter den Trommeln Platz nahm. 1983 kam der Bassist Robet Vickers dazu, 1986 die Violinistin Amanda Brown, die gelegentlich auch Oboe und Gitarre spielte; Vickers wurde 1987 durch John Willsteed ersetzt.
Trotz der vagen Besetzung spielten The Go-Betweens die 1978 veröffentlichte Single »Lee Remick« ein und im Jahr darauf die Single »People say«. Die von Forster und McLennan verfassten Songs entsprachen der seinerzeit gängigen New-Wave-Musik, waren karg instrumentiert und entsprachen kaum dem Geschmack eines größeren Publikums. Dennoch hatte die Singles ein wenig Aufmerksamkeit in Großbritannien entfacht, die Band sechselte 1979 nach Schottland und legte 1982 ihr offiziell erstes Album vor.
»Send me a lullaby« zeigte, dass Forster und McLennan ihre kompositorischen Mittel verfeinert hatten und einen eigenen Weg suchten. 1983 war die Gruppe endlich in der Musikmetropole London angekommen, »Before Hollywood« (1983) wurde veröffentlicht. The Go-Betweens machten sich allmählich einen Namen in der Masse der Independent-Rockgruppen und galten Mitte der 1980er-Jahre durchaus als Kultband, der einflussreiche Radio-DJ John Peel brachte nahm ihre Musik in seien Programme auf und produzierte mit ihnen die eine oder andere »Peel Session«, die 1989 wenigstens eine EP ergaben, doch nahm das breite Publikum keine Notiz von den Australiern und lediglich der Song »Streets of your town« schaffte es in die Top 100 der britischen Hitparade. 1989 hatten Forster und McLennan genug von der zäh und im Grunde völlig unbefriedigenden Karriere der Band, lösten sie kurzerhand auf und versuchten es jeder für sich im Alleingang. Die durch die plötzliche Entscheidung der beiden Songschreiber brüskierten Musiker der Band suchten bei anderen Rockgruppen Unterschlupf. Lindy Morrsion und Amanda Brown taten sich zu der Formation Cleopatra Wong zusammen und produzierten zwei kaum beachtete EPs.
Die Solokarrieren von Forster und McLennan verliefen allerdings keineswegs erfolgreicher. Forster, der mit seiner deutschen Ehefrau zeitweise in Deutschland lebte, konnte sich durch viele Konzerte zwar gerade in Deutschland ein wenig reüssieren, in den CD-Verkäufen schlug sich das aber nicht nieder.
2000 entschlossen sich Forster und McLennan, die Band wieder zu beleben. Morrison und Brown waren zu einer Reunion allerdings nicht zu überreden, statt dessen waren zuletzt Glenn Thompson und Adele Pickvance die neuen Leute an Drums und Bass, für Plattenaufnahmen kamen weitere Musiker hinzu. Erstaunlicherweise hatte sich der Nimbus der Band erhalten, die neue Inkarnation der Go-Betweens lebte vom Kultstatus der alten Go-Betweens. Die Musiker veröffentlichten einige CDs, hatten nur wenig mehr kommerziellen Erfolg als zu früheren Zeiten, waren aber eine feste Größe des Independent- oder Alternative-Rock.
2006 starb McLennan plötzlich. Forster sah keinen Sinn mehr in der Fortführung der Band, löste sie wenig später auf und widmete sich wieder seiner Solo-Karriere.
The Go-Betweens sind in jeder Hinsicht der Prototyp einer Independent-Rockband: Die Musiker kamen in den 1970er-Jahren, mit dem Punk, auf die Idee, eine Band zu gründen, bauten eine kleine, aber treue Fan-Gemeinde auf, waren beliebt bei den Kritikern der Musikzeitschriften und hatten kaum kommerziellen Erfolg. Die Gründe sind tatsächlich nicht recht auszumachen. Zwar waren die ersten LPs, was die Musik angeht, ungelenk ind ne Arrangements und auch nicht immer treffsicher in den Melodien, doch überzeugten von Anfang an die literarischen Qualitäten der Texte Forsters und McLennans, meist wie beiläufig wirkende Beobachtungen von Mensch und Natur, die in lakonischen Bildern unaufgeregt vorgetragen wurden. In den ersten Aufnahmen lässt der dürre Klang von Gitarre Bass und Schlagzeug noch den Punk durchschimmern, doch schon bald wiesen die Songs feinere Facetten auf, und die zweite Version der Go-Betweens – inzwischen hatten sich auch die Vorstellungen davon geändert, wie eine gute Aufnahme einer Rockband zu klingen hat – überraschte etwa auf »The friends of Rachel Worth« (2000) sogar mit ausgetüftelt schönem Klang.



Diskografie

Very quick on the eye (2002; 1981 augenommen)
Send me a lullaby (1982)
Before Hollywood (1983)
Spring Hill Fair (1984)
Liberty Belle and the Black Diamond Express (1986)
Tallulah (1987)
16 lovers lane (1988)
The Peel Sessions EP (1989)
The Friends of Rachel Worth (2000)
Bright yellow bright orange (2003)
Oceans apart (2005)
Live in London (2005)
That striped sunlight sound live (2006)



Weblinks

http://www.go-betweens.net (Offizielle Website der australischen Band the Go-Betweeens)