The Herd

Stichworte Psychedelic Rock | Pink Floyd



Herd, The, britische Rockband, 1965 in London gegründet.

Bandbiografie

Zu der Gründungsformation, die schon nach kurzer Zeit bei dem Label Parlophone Records drei Singles veröffentlichen konnte, gehörten der Sänger Terry Clark, der Gitarrist Gary Taylor, der Bassist Andy Bown und der Schlagzeuger Tony Chapman. Innerhalb weniger Monate erfuhr die Band einige Umbesetzungen, der eine oder andere Musiker verließ die Band und wurde durch andere ersetzt, bis schließlich 1967 The Herd aus Bown, Taylor, dem Gitarristen Peter Frampton (* 1950) und dem Schlagzeuger Andrew Steele bestand. Da neben Frampton kein zweiter Gitarrist benötigt wurde, übernahm Taylor den Bass, während Bown sich nunmehr den Keyboards widmete, damit auch einem Trend der Zeit gerecht werdend.
In dieser Besetzung nahm The Herd ihre drei erfolgreichsten Singles auf: »From the Underworld« (1967), »Paradiese Lost« (1968) und »I Don’t Our Loving to Die« (1968). Die Songs waren nicht durchweg in der Band entstanden, sondern von dem Song-Schreiber-Duo Ken Howard und Alan Blaikley verfasst worden, die auch für andere britische Singles-Bands wie Dave Dee, Dozy Beaky, Mick and Tich äußerst erfolgreiche Songs geschrieben hatten. Schon 1968 aber gelang der Band nichts mehr, Steele wurde durch den Schlagzeuger Henry Spinetti ersetzt, Frampton ging schließlich und gründete mit Steve Marriott Humble Pie. Das 1968 veröffentlichte Album »Paradiese Lost« entsprach nur in Teilen den Pop-Singles, enthielt mit »Impressions of Oliver« aber auch einen dem Jazz nahe stehendes Instrumental. Nachdem Frampton gegangen war, bestand The Herd zwar noch bis 1971, doch spielte die Band in der britischen Rockmusik jener Jahre keine Rolle mehr. Ein zweites Album, mit dem sich die Band verstärkt dem Psychedelic Rock zuwandte – so die Aussage von Frampton – wurde zwar nahezu fertig gestellt, aber nicht abgemischt und daher nicht veröffentlicht.
Bown schloss sich 1976 Status Quo an und schrieb für diese Band einige Hits, darunter »Whatever You Want«; er war auch als Gastmusiker an Pink Floyds »The Wall« beteiligt. Frampton leitete nach dem Bruch von Humble Pie eine sehr erfolgreiche Solo-Karriere ein.
The Herd ist eine der britischen Rockbands, die Mitte der 1960er-Jahre quasi zwischen den Zeiten standen: Einerseits war es noch wie Dave Dee, Dozy, Beaky Mick and Tich, The Hollies, The Small Faces oder auch The Tremeloes eine Band, die ausschließlich mit Singles erfolgreich war, also einen Stand von Rockmusik präsentierte, wie er Anfang der 1960er-Jahre gültig und üblich war. In der Musik der Band, vor allem in »From the Underworld« und »Paradise Lost« finden sich aber schon Zeichen der Umwälzung der Rockmusik: In »From the Underworld« ist es die Thematik und auch der Einsatz von Glockengeläute am Anfang des Songs, die gesamte getragene Atmosphäre, bei »Paradise Lost« ist es besonders das parallel zum Lead-Gesang verlaufende Orgel-Riff, das von der Existenz des Psychedelic Rock zeugt, ohne dass The Herd nun ein Protagonist dieser Spielart der Rockmusik war. Der weitere Verlauf der Karriere etwa von Andy Bown zeugt von diesem kurzzeitigen Schwebezustand der damaligen Rockmusik: Einerseits wurde er festes Mitglied von Status Quo – einer Single-Band -, konnte aber auch ohne Weiteres als Gastmusiker für Pink Floyd arbeiten.



Diskografie

Paradise Lost (1968)
Lookin’ Thru You (1968; nur USA)