The Mars Volta

Mars Volta, The, amerikanische Progressive-Rock-Band, 2001 in El Paso (Texas) gegründet; der Name bezieht sich auf den Planeten und das italienische Wort Volta (Volte), also ein Kunstgriff.

Bandbiografie

Der Sänger Cedric Bixler-Zavala (* 1974) und der Gitarrist und Bassist Omar Rodríguez-Lopez waren Musiker in der Band At the Drive In und gründeten als Nebenprojekt die Formation De Facto. Bei De Facto spielte Bixler-Zavala Schlagzeug und Rodríguez-Lopez Bass; die Keyboards übernahm Ikey Owens, eigentlich Isaiah Owens (* 1975), Jeremy Michael Ward (* 1976, † 2003) sang und setzte verschiedene Effektgeräte ein. Gemeinsam widmeten sich die Musiker einem um einiges verfremdeten Dub. 2001 überwarfen sich Bixler-Zavala und Rodríguez-Lopez mit At the Drive In und verließen die Band. Im selben Jahr benannte sich De Facto in The Mars Volta um, und nahm mit dem Schlagzeuger Blake Fleming zwei Songs auf. Für die anstehende Tournee kamen die Bassistin Eva Gardner und der Schlagzeuger Jon Theodore hinzu, doch wechselte die Besetzung der Band in der ersten Zeit ihres Bestehens häufig.

Dennoch veröffentlichte The Mars Volta 2002 mit »Tremulant« eine EP, der 2003 das gemeinsam mit Rick Rubin produzierte Album »De-Loused in the Comatorium«, ein auf einer von Bixler-Zavala verfassten Kurzgeschichte basierendes Konzept-Album. Der kruden Story um einen Drogenabhängigen, der im Koma liegt entsprach die wilde Musik, eine Art kunstvoller Punk, um den Gesang von Ward herum gebaut. Bei den Aufnahmen hatten die Musiker von Mars Volta auf die Hilfe von Flea, Bassist der Gruppe The Red Hot Chili Peppers zurückgegriffen; auch der Gitarrist der Chili Peppers, John Frusciante, hatte für The Mars Volta zur Gitarre gegriffen.

Das Album war von Beginn an recht erfolgreich. Die sich der Veröffentlichung der CD anschließende Tournee mit den Red Hot Chili Peppers wurde vom durch Drogenmissbrauch verursachten Tod Wards überschattet.

Für die Aufnahmen zum zweiten Album engagierten Bixler-Zavala und Rodríguez-Lopez den Bassisnte Juan Alderete (* 1963) und den Perkussionisten Marcel Rodríguez-Lopez, Bruder von Omar Rodríguez-Lopez. »Frances the Mute« wurde 2005 veröffentlicht. Wieder war es ein Konzeptalbum, das angeblich auf dem Inhalt eines Tagebuches basiert, das von Jeremy Ward in einem gebraucht gekauften Auto gefunden worden war. Die Band fasste die Geschichte eines Mannes, der als Kind adoptiert worden war und nun seine wahren Eltern suchte, in ein ausgeklügeltes Sammelsurium von Rock, Punk, Latin Music, Blues und Free Jazz, dominiert von elektronisch erzeugten Klängen und dem Gesang Bixler-Zavalas.
Die Musik der Band wurde immer mehr zu einer Angelegenheit von Bixler-Zavala, der komponierte, die Arrangements schieb und die Aufnahmen organisierte. So ließ er etwa die Musiker ihre Parts einzeln einspielen, ohne dass sie zu diesem Zeitpunkt wussten, in welchem Kontext ihr Beitrag im Arrangement auftreten würde. Bixler-Zavla und Rodriguez-Loez nannten sich nun selbst Mars Volta, während ihre häufig umbesetzte Band den Namen The Mars Volta Band trug.

Mit Mars Volta war Rodríguez-Lopez nicht ausgelastet. Während eines längeren Aufenthaltes in den Niederlanden gründete er das Omar Rodriguez Quintet, schrieb aber auch an Musik für Mars Volta. Das Resultat, die CD »Amputechture« erschien 2005, abermals ein Konzeptalbum. Bei den Aufnahmen hatte Rodríguez-Lopez erneut auf die Hilfe von John Frusciante zurückgegriffen, der sich die schriftlich festgelegten Gitarrenparts von Rodríguez-Lopez zeigen ließ und dann einspielte. Auf diese Weise war Frusciante an jedem Teil des Albums beteiligt. Der Platz des Drummers indes blieb lange Zeit unbesetzt und man behalf sich mit Interimslösungen, bis der Schlagzeuger Thomas Armon Pridgen (* 1983) festes Mitglied der Band wurde.

Mit dem neuen Drummer konnten die Arbeiten an dem Album »The Bedlam in Goliath« 2007 fertig gestellt. Vorab wurde die Single »Wax simulacra« veröffentlicht, die 2009 einen Grammy erhielt, die B-Seite der Single war die Cover Version des Songs »Pulled to Bits« von Siouxsie & the Banshees. Das Album »The Bedlam in Goliath« kam Anfang 2008 auf den Markt. Zu dieser Zeit befanden sich bereits weitere Alben in Planung, und Mitte 2009 erschien das fünfte Studioalbum der Band, »Octahedron«. Die Band hatte sich nun konsolidiert, neben Bixler-Zavala, Omar Rodríguez-Lopez, Isaiah Owen, Marcel Rodríguez-Lopez und Thomas Pridgen gehörten nun der Bassist Juan Alderete de la Peña, dem Sound-Manipulator Pablo Honojos-Gonzalez und dem Saxofonsinten Adrián Terrazas-Gonazlez konsolidiert.

The Mars Volta ist eigentlich ein Komponisten-Duo, in dem Omar Rodríguez-Lopez eine gewisse Vormachtstellung hat. Ähnlich wie seinerzeit Frank Zappa ist die Band nur das ausführende Organ, zuständig für die akribische Realisierung der von Rodríguez-Lopez und Bixler-Zavala geschriebenen Stücke. In ihrer Musik finden sich Stilelemente aus beinahe jeder Ausprägung von Rock und Pop, es gibt Lateinamerikanisches und immer wieder weite vom Jazz und von Improvisation geprägte Passagen. Nahezu alle Alben beruhen jeweils auf einem Konzept, doch sind die Vorlagen durchaus nicht immer mehr oder weniger konventionelle Geschichten, mit »Amputechture« etwa wird der Versuch unternommen, eine einzige Idee mittels verschiedener Kompositionen, oft nur Bruchstücken von Kompositionen aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen. Zusammengehalten wird diese Musik, die fast durchweg von Rodríguez-Lopez stammt, von Bixler-Zavala, der mit einer an den Klang von Robert Plant erinnernden Stimme diese Musik überhaupt erst als Rockmusik kenntlich macht. Bixler-Zavala schreibt sämtliche Texte zu Rodríguez-Lopez’ Musik, Rodríguez-Lopez war beinahe durchgängig für die Produktion der Alben verantwortlich.

Die Musik des Duos wird mit einiger Berechtigung dem Progressive Rock zugerechnet. Dem entspricht auch eine Nebensächlichkeit: Die Cover der ersten Alben stammen von dem britischen Maler und Grafiker Storm Thorgerson, der als Mitglied der Gruppe Hipgnosis in den 1970er-Jahren für die Gestaltung vieler Cover, etwa von Pink Floyd und 10cc, später auch von Muse und Dream Theater verantwortlich war.

Auszeichnung

Grammy 2009

Diskografie

De-Loused in the Comatorium (2003)
Frances in Mute (2005)
Amputechture (2006)
The Bedlam in Goliath (2008)
Octahedron (2009)
Noctourniquet (2012)

Weblink

http://the marsvolta.com/home (Offizielle Website der amerikanischen Rock-Formation The Mars Volta)