The Police

The Police, britische Rockgruppe, 1977 in London von Stewart Copeland (*Alexandria, Viriginia, 16.7.1952; Schlagzeug, Gesang), Gordon Matthew Thomas Sumner (* Wallsend, England, 2. 10. 1951; Bass, Gesang, Komposition) genannt Sting und Henry Padovani (* Bastia, Korsika, 31. 10. 1952; Gitarre, Gesang) als Punkband gegründet. Padovani wurde noch 1977 durch Andy Summers, eigentlich Andrew James Somers (* Poulton-le-Fylde, Lancashire, England, 31. 12. 1942; Gitarre, Gesang) ersetzt.

Bandbiografie

Copeland, zuvor Schlagzeuger bei der Progressive-Rock-Band Curved Air, sah im Punk Mitte der 1970er-Jahre neue musikalische Möglichkeiten und gründete im Januar 1977 mit Sting, vormals Bassist der britischen Jazzrock-Band Last Exit, und Padovani ein Punk-Trio. Nachdem die Musiker eine Single aufgenommen hatten (»Fallout«/»Nothing Achieving«; 1977) tourten sie mit Cherry Vanilla und Wayne County durch Großbritannien. Im Mai 1977 stieß Andy Summers zu dem Trio und erweiterte es für kurze Zeit zum Quartett. Summers, ein äußerst versierter Gitarrist, drängte Padovani bald aus der Band. Da es dem Trio nicht gelang, einen Schallplattenvertrag zu bekommen, nahmen die Musiker diverse Nebenjobs an: So traten sie in dem Fernseh-Werbespot einer Kaugummi-Firma auf, für den sie sich die Haare blond färben mussten; sie behielten diese Haarfarbe als Markenzeichen bei. Von dem deutsche Dirigenten und Komponisten Eberhard Schöner, Grenzgänger zwischen Kunstmusik und Popmusik, ließen sich Copeland, Sting und Summers für dessen Fernseh-Produktion »Video Flashback« (1978) engagieren; aus dieser Produktion entstanden die Alben »Flashback« (1978) und »Video Magic« (1978); auch an der folgenden Tournee »Laser in Concert« nahm das Trio teil. Mit Schöner hatte Summers schon für frühere Plattenproduktionen zusammengearbeitet.

Die erste Single der Band war von Miles Copeland, Bruder von Stewart, für sein Label Illegal Records (IRS) produziert worden. Miles Copland übernahm nach einigen Bedenken das Management der Gruppe und verschaffte ihr einen Vertrag bei der Firma A & M. Die erste, im April 1978 veröffentlichte Single unter diesem Label, »Roxanne«, kam aber nicht in die Hitparaden, sondern wurde nach der Veröffentlichung der LP »Outlandos d‘ Amour« (1978) im Januar 1979 wiederveröffentlicht und erst dann vom Publikum wahrgenommen. Während die erste LP und die im Oktober 1979 erschienene zweite LP »Regatta De Blanc« in Europa und Australien sehr erfolgreich war, konnte The Police in den USA zunächst nicht reüssieren. Erst die aus der zweiten LP veröffentlichten Singles »Message in a bottle« und »Walking on the moon« sowie die vorab aus dem dritten Album »Zenyatta Mondatta« ausgekoppelte Single »Don’t stand so close to me« sorgten dann für erheblichen Erfolg auch in den USA: Nach »Zenyatta Mondatta« (1980) besetzten auch die LPs »Ghost in the machine» (1981) und »Synchronicity« (1983) wochenlang den jeweils ersten Platz der US-Hitparaden. Trotz des kommerziellen Erfolges brach das Trio 1984 auseinander. Die Musiker verfolgten seitdem mit unterschiedlichem Erfolg Solo- Karrieren.

1986 kam das Trio zu drei Konzerten für die Amnesty International A Conspiracy Of Hope Tour noch einmal zusammen und spielte schließlich bei der Hochzeit von Sting 1992 zwei seiner alten Hits, »Roxanne« und »Message in a bottle«. Bei der Aufnahme der Gruppe in die Rock And Roll Hall Of Fame 2003 trat The Police noch einmal auf , neben »Roxanne« und »Message in a bottle« spielte die Band auch »Every breath you take«. Zu einer Reunion der Urbesetzung von The Police kam es 2004, als Copeland und Sting Padovani bei dessen Aufnahmen (»Welcome home«) zu einem Album beisprangen. 2007 entschlossen sich Sting, Copeland und Summers zu einer Reunion der Band, traten u. a. anlässlich der Grammy-Verleihung auf und brachen in der zweiten Hälfte des Jahres zu einer bis in das Jahr 2008 reichende Welttournee auf.

Obwohl The Police in den Anfangstagen des Punk sich selbst als Punk-Gruppe einordnete, war diese Band zu keinem Zeitpunkt tatsächlich eine Punk-Band, mochte das auch Band-Gründer Stewart Copeland kurzfristig noch glauben. Weder Sting noch Summers gehörten zu der Kategorie Musiker, die überzeugt waren, mit »drei Akkorden« eine Band gründen zu können. Ihre Mischung von Rock, Reggae und Ska mit literarisch ambitionierten Texten – beinahe durchweg von dem ehemaligen Lehrer Sting verfasst –, mit höchster instrumentaler Virtuosität gerade von Copeland und Summers in kraftvollen, mitreißenden Konzerten vorgetragen, waren weder Punk noch New Wave noch Pop, sie hatte von allem etwas, wurzelte aber im Grunde genommen in der Rockmusiktradition der 1960er-Jahre. Ein Vergleich mit den Beatles, eine Band, die ebenfalls eine überschaubare, aber komplette Abfolge von nachgerade klassischen Alben veröffentlicht hatte, ist keineswegs abwegig. Die Themen der Songs drehten sich nicht um Teenagerliebe, sondern um allgemeine menschliche Fragen, um zwischenmenschliche Beziehungen jeglicher Art, meistens weitab von der Erfahrungswelt des jugendlichen Poppublikums. Wenn Ska und Reggae in Großbritannien auch nicht gänzlich unbekannt waren – die Ska-Aufnahmen eines Desmond Dekker spielten natürlich längst keine Rolle mehr und die Musik der bei dem Label Two Tone unter Vertrag stehenden Ska-Gruppen erreichte nur eine relativ kleine Schar von Fans –, griff The Police gerade diese ursprünglich karibische Klangwelt auf und trieb ihr alle »Gute-Laune«-Attitude wie auch die allzu große Nähe zur Skinheadszene aus. Das unablässige Pochen des Schlagzeugs, die monolithischen Basslinien und schneidend dazwischenfahrenden Gitarrenattacken illustrierten nur eines, das Grundthema der Rockmusik: Die Einsamkeit des Menschen und seine Unfähigkeit, sich zu artikulieren. »So lonely« wurde im Konzert zu einer schier endlosen Klage, schwankend zwischen Ohnmacht und Wut. Das vermeintlich dümmliche »Da doo doo doo, Da dee dee dee« und »Wrapped around your finger« wie »Don’t stand so close to me« und »Every breath you take« waren allemal bittere Abrechnungen mit dem Mitmenschen, von Sting mit hohem, fast körperlosem Stimmklang vorgetragen. Die Ska- und Reggae-Elemente verschwanden nach der Veröffentlichung der LP »Zenyatta Mondatta« weitgehend aus dem musikalischen Vokabular der Band, die rohe Direktheit der Triobesetzung wurde durch weitere Instrumente und auch Background- Sängerinnen gemildert, vor allem aber wurde aus Sting der Star und damit die dominante Figur der Band: Er war der Garant für die Hits, während die mitunter skurrilen Einfälle von Copeland und Summers vom Publikum entweder gar nicht wahrgenommen oder aber von vornherein nicht im Rahmen der Band realisiert wurden – wie etwa das Klark-Kent-Projekt von Copeland. Sting übernahm in dieser Zeit auch einige kleinere Filmrollen, darunter die des kryptischen »The Ace Face« in der Verfilmung von »Quadrophenia« (1978; Regie: Franc Roddam), der Rockoper von The Who. Auch in David Lynchs Film »Dune« (1983) nach dem Roman von Frank Herbert spielte Sting eine kleinere Rolle. So war »Zenyatta Mondatta« zwar das Album, mit dem die Band weltweit größten Erfolg hatte, zugleich aber auch das letzte gemeinsam erarbeitete. Die folgende LP »Ghost In The Machine«, produziert von Hugh Padgham, stand diesem Erfolg zwar nur wenig nach, dennoch mehrten sich die Anzeichen erheblicher Differenzen unter den Bandmitgliedern. »Synchronicity« (1983) war dann die letzte LP der Gruppe, ebenso ein Klassiker wie die vorangegangenen Alben, und auf den Markt gebracht unter Einsatz einiger ebenso klassischer Videos (von Kevin Godley und Lol Creme). Für Sting eröffnete sich nach der Trennung die Möglichkeit einer großen Solo-Karriere, während Copeland und Summers mit ihren eigenen Schallplattenveröffentlichungen weniger glücklich agierten, dafür aber immer wieder Experimente wagten.

Auszeichnungen

Grammy 1981
Grammy 1982 in zwei Kategorien
Grammy 1984 in zwei Kategorien

Diskografie

Outlandos d’Amour (1978)
Regatta de Blanc (1979)
Zenyatta Mondatta (1980)
Ghost in the machine (1981)
Synchronicity (1983)
Live: Live! (1995)

Zusammenstellungen

Every breath you take: The singles (1986)
Message in a box: The complete recordings (1993)
Every breath you take: The classics (1995)
The very best of Sting & The Police (1997)

Weblinks

http://www.sting.com (Offizielle Website von Sting)
http://www.andysummers.com (Offizielle Website von Andy Summers)