They Might Be Giants

They Might Be Giants, auch nur als Abkürzung TMBG, amerikanische Rockformation, 1982 von John Conant Flansburgh (* 1960; Gesang, diverse Instrumente, Komposition, Text) und John Sidney Linnell (* 1959; Gesang, diverse Instrumente, Komposition, Text) in New York gegründet.

Bandbiografie

Flansburgh und Linnell, die auch lediglich The two Johns oder John and John genannt werden, begannen schon als Schüler, gemeinsam Songs zu schreiben, gründeten aber keine Band und traten auch nicht öffentlich auf. Nach der Schulzeit trennten sich ihre Wege, und während Flansburgh, der sich mitunter auch Rolf Conant Flans nennt, seine musikalischen Ambitionen nicht in die Tat umsetzte, schloss sich Linnell, der auch den Namen Lennon benutzt, der Rockband The Mundanes an. 1981 trafen sie wieder zusammen und beschlossen, gemeinsam professionell Musik zu machen.
Das Duo gab sich seinen Namen nach dem Film »They Might Be Giants« (1971; Regie. Anthony Harvey) und trat mit seiner Musik öffentlich auf. Flansburgh spielte Gitarre und Linnell Akkordeon und Saxofon; begleiten ließen sich die Musiker von einer Rhythmus-Maschine. Ihre Auftritte garnierten sie mit allerlei selbst gefertigten Requisiten. Die ungewöhnliche Mischung aus eigenwilliger Rockmusik und dadaistischer Theatralik zog bald ein zwar kleines, aber treues Publikum an, so dass der besondere Service, den das Duo anbot, als Linnell sich das Handgelenk gebrochen hatte, Erfolg hatte: Die beiden Musiker überspielen ihre Songs auf einen Anrufbeantworter, schalteten unter der Bezeichnung »Dial-A-Song« in Szeneblättern Anzeigen, die auf dieses Angebot hinwiesen und erregten damit die Aufmerksamkeit nicht nur vieler Hörer, sondern auch die der Schallplattenfirma Bar/None Records.
1986 veröffentlichte das Duo sein Debütalbum. »The Might be Giants« war erwartungsgemäß vor allem unter Studenten erfolgreich, doch fand das von MTV ausgestrahlte Video zu der Single »Don’t let’s start« durchaus ein größeres Publikum. Die 1988 veröffentlichte CD »Lincoln« enthielt mit »Ana Ng« dann schon einen Top-Twenty-Hit in den Modern Rock Charts.
Der zwar moderate, aber stetig wachsende Erfolg des Duos führte 1989 zu einem Vertragsabschluss mit Elektra Records. Der Wechsel zahlte sich umgehend aus. »Flood« (1990) brachte den beiden Musikern eine Goldene Schallplatte ein und zwei Zeichentrick-Videos zu den Songs »Particle Man« und »Istanbul (Not Constantinople)« öffneten ihnen den Markt für Kindermusik.
Nach der Veröffentlichung von »Appollo 18«, einem Kaleidoskop von kurzen und kürzesten Song-Schnipseln, entschlossen Flansburgh und Linnel sich, The Mght Be Giants zu einer veritablen Band auszubauen; bis dahin waren sie mit Gitarre und Akkordeon und Tonbandgerät aufgetreten. Zu der ersten Formation gehörten der Saxofonist und Keyboardspieler Kurt Hoffmann, der Bassist Tony Maimone und der Schlagzeuger Jonathan Feinberg, doch wechselte die Besetzung später immer wieder.
1996 gerieten Flansburgh und Linnell in Streit mit Elektra und verließen das Label. Die Alternative, ihre Musik zu veröffentlichen, sahen die beiden Musiker im Internet: Schon früher hatten sie vereinzelt im Usenet veröffentlicht, nun stellten sie ein komplette Album, »Long tall weekend« (1999) online. Auch hatten sie zunehmend Erfolg mit der Komposition von Musik für Film und Fernsehen, unter anderem für den Film »Austin Powers. The Spy who shagged me«.
Ganz herkömmlich als CD legte die Band erst 2001 wieder ein Album vor: Parallel zur Produktion von »Mink car« war der Film »Gigantic (A tale of two Johns)« gedreht worden, der die Arbeiten an dem Album dokumentierte.
Mit »Mink Car« und dem dazugehörigen Film setzten Flansburgh und Linnel ihre quasi »diversifizierten« Produktion von Musik fort. Während ihrer gesamten Karriere hatte die beiden Musiker mit verschiedenen Formen der Veröffentlichung von Musik experimentiert: Mal schrieben sie für Filme, mal gaben sie ihren CDs Filme bei; dann wieder verfassten sie drei Dutzend Songs, die mit dem Inhalt einer Literaturzeitschrift korrespondierten, oder gaben eine Reihe von Konzerten für Kinder. Die Musik von Flansburgh und Linnel entspricht diesem multiplen Ansatz: Nicht so sarkastisch und bitter wie die von Frank Zappa, nicht so artifiziell wie die von 10cc, ist es allemal Musik über Musik, oft genug parodistisch, immer dem Experiment offen und ohne jede Rücksicht auf die Erwartungen des Zuhörers. Dass man mit ebenso eigenwilliger wie eigensinniger Musik Erfolg haben kann, bewiesen They Might Be Giants mit mehr als vier Millionen verkauften CDs und einem Grammy. Selbst Microsoft® konnte das skurrile Duo überzeugen – der Software-Hersteller wählte deren Song »Time« als Erkennungsmelodie von Windows® Millennium.



Auszeichnungen

2002 Grammy
2009 Grammy



Diskografie

They Might Be Giants (1986)
Lincoln (1988)
Flood (1990)
Miscellaneous T (1991)
Apollo 18 (1992)
John Henry (1994)
Live!! New York City 10/14/94 (1994)
Factory Showroom (1996)
Then: The Earlier Years (1997)
Severe Tire Damage (1998)
Live (1999)
Long Tall Weekend (1999; mp3-Download)
Mink Car (2001)
No! (2002)
They Got Lost (2002)
Dial-A-Song: 20 Years Of They Might Be Giants (2002)
The Spine (2004)
Here Come The ABCs (2005)
Venue Songs (2005; Download)
The Else (2007)
Here Come The 123s (2008)



Weblinks

http://theymightbegiants.com (Offizielle Website der amerikanischen Rockband They Might Be Giants)
http://tmbw.net/wiki/Main_Page (Website zu der amerikanischen Rockband They Might Be Giants)
http://www.dialasong.com/index-a.html (Telefonmusik der Rockband they Might Be Giants als Podcast)
http://www.giantkid.net/ (Website für Kinder, gestaltet von der amerikanischen Rockband They Might Be Giants)