Thom Yorke

Yorke, Thom, eigentlich Thomas Edward, britischer Rockmusiker (Gesang, Komposition, Text, Gitarre, Keyboards), * Wellingborough (Northamptonshire, England) 7. 10. 1968.

Biografie

Yorke spielte als Schüler in verschiedenen Rockgruppen, schloss sich 1986 der Formation On a friday an, die 1991 in Radiohead umbenannt wurde. Die Mitglieder der Band verstanden sich zwar als Kollektiv Gleichberechtigter, doch gilt Yorke als ihr intellektueller und künstlerischer Kopf. Mit Radiohead veröffentlichte Yorke neben einer Anzahl von Singles, EPs und einer Live-CD sechs Studioalben, die der Band neben erheblicher Popularität auch höchste Reputation bei der Kritik einbrachten. Radiohead wird als bedeutendste in den 1990er-Jahren gegründete britische Band angesehen. Neben seinem Engagement für Radiohead arbeitete Yorke auch mit Björk, PJ Harvey, DJ Shadow, eigentlich Josh Davis (* 1973) und dem DJ und Produzenten James Lavelle (* 1974) zusammen. 2006 veröffentlichte Yorke mit »Eraser« seine erste Solo-CD.
Yorek ist entsprechend seiner ethischen Einstellung Mitglied einiger sozialpolitisch engagierter Organisationen, darunter Friends of the Earth, Make Poverty History und Make Trade Fair; er ist ein erklärter Gegner der unkontrollierten Auswüchse der wirtschaftlichen Globalisierung. Seinem moralischen Anspruch gibt er daher auch in seinen Texten und seiner Musik Ausdruck und weiten Raum. Gerade seine Texte, deren Thematik allemal die Entfremdung und mangelnde Wahrnehmbarkeit des Menschen in einer durchtechnisierten Welt ist, werden allerdings mitunter im Sinne eines hoffnunglosen Fatalismus als bloße »Looser«-Haltung mißverstanden.
Mehr noch als in den Veröffentlichungen mit Radiohead spielen in Yorkes solistischen Arbeit elektronische Klangerzeuger eine erhebliche Rolle. Für sich genommen relativ simple, an die Klänge von Computerspielen und Automaten erinnerende Melodiefetzen legt der Musiker in mehreren Schichten übereinander. Diese fein gesponnene, ausgedünnte Klangwelt findet ihre Fortsetzung im Gesang Yorkes, der häufig in einem leisen Sprechen abstirbt. Der dünne, hohe Klang seiner Stimme suggeriert Verlassenheit und Einsamkeit, zu der die Musik wie beiläufig und unbeteiligt geradezu maschinenhaft abläuft. Wenn auch ein hauptsächlicher Grund für Anlage und Ausformung seiner Musik in ihrem Zustandekommen am Computer zu sehen ist, so scheint es auch, als sei das adäquate Mittel, derartige Themen zu behandeln, eher der Computer als eine veritable Rockband, wie sie Radiohead darstellt.
Yorke litt seit seiner Geburt unter einer Lähmung seines linken Auges; trotz mehrerer Operationen in seiner Kindheit konnte diese Lähmung nicht beseitigt werden. Die Eingriffe führten im Gegenteil zu einer starken Sehbehinderung auf dem linken Auge und zu einer Lidhebeschwäche (Ptosis). Zusammen mit seiner Partnerin Rachel Owen hat Yorke die Kinder Noah (* 2001) und Agnes Mair (* 2004); Noah wurde das Album »Amnesiac« von Radiohead zugedacht, sein Solo-Album »The Eraser« widmete der Sänger seiner Tochter Agnes.
Yorke arbeitete während seines Studiums der Kunst und der Englischen Literatur stundenweise in einer psychiatrischen Klinik. In dieser Zeit lernte er Stanley Donwood, eigentlich Dan Rickwood, kennen, der seit der EP »My iron lung« (1994) für die Gestaltung der Cover von CDs und DVDs sowie der Websites von Radiohead und Yorke verantwortlich ist. Gelegentlich benutzt Yorke die Pseudonyme Tchocky, Dr. Tchock und The White Chocolate Farm.



Diskografie

The Eraser (2006)



Weblink

http://www.theeraser.net/Stage3UK (Website zur Veröffentlichung der CD The Eraser)