Ton Scherpenzeel

Scherpenzeel, Ton, niederländischer Rockmusiker (Komposition, Keyboards, Produktion), * Hilversum 6.8. 1952

Ton Scherpenzeel erhielt schon im Alter von sieben Jahren seine ersten Klavierstunden, begeisterte sich aber neben dem Tasteninstrument für die elektrische Bassgitarre; beide Instrumente spielte er in diversen lokalen Bands wie C.I.D., Balderash und High Tide Formation, bevor er ein Kontrabass-Studium am Hilversum Muziek Lyceum aufnahm. Hier lernte er den Schlagzeuger Pim Koopman (* 1953, † 2009) und den Sänger und Schlagzeuger Max Werner (* 1953) kennen und gründete gemeinsam mit ihnen und dem Gitarristen Johan Slager (* 1946) die Progressive-Rock-Band Kayak. Mit dieser Band, deren Musik zeitweise zu einem vom Progressive Rock inspirierten Mainstream Rock tendierte, veröffentlichte er zwischen 1973 und 1981 neun Alben.
Als Keyboard-Spieler blieb er bei Kayak eher im Hintergrund. Mit seinem ersten Solo-Album, das er 1978 vorlegte, wurde er dagegen einem einschlägig interessierten größeren Publikum bekannt: Er hatte die Suite »Le carnaval des animaux« (dt. »Karneval der Tiere«) des französischen Komponisten bearbeitet und aus den 14 Sätzen 12 Miniaturen für Rockband gemacht. Die Sätze »Pianistes« und »Kangourous« ließ er weg, veränderte aber auch die durch die Vorlage gegebene Reihenfolge der Sätze. Ein weiteres eher konventionelles Solo-Album veröffentlichte Scherpenzeel 1984 unter dem Titel »Heart of the Universe«, das dritte, »Virgin Grounds«, 1991, dieses aber unter dem Pseudonym Orion.
1982 engagierte er sich bei der niederländischen Band Europe, danach, von 1984 bis Ende 1986, war er Keyboard-Spieler bei der britischen Band Camel, der er auch 2003 noch einmal bei Konzerten aushalf. Ende der 1980er-Jahre war Scherpenzeel Mitglied der niederländischen Band Earth and Fire. 1998 tauchte er noch einmal als Solist auf dem Album »Into the Electric Castle« von Ayreon, dem Progressive-Rock-Projekt seines Landsmannes Arjen Lucassen auf. Hauptsächlich aber lag ihm Kayak am Herzen. Die Band hatte sich 1999 reanimiert und Scherpenzeel wieder die Keyboards übernommen; Kayak blieb auch über den Tod ihres Schlagzeugers Pim Koopman hinaus aktiv.
Neben seiner Karriere als Musiker verfolgte Scherpenzeel in seiner Heimat eine zweite als Komponist für Theater-, Film- und Fernsehmusik und als Produzent. So produzierte er etwa Alben von Kajem, Harry Sacksioni, Maywood, Marjol Flore, Liesbeth List, Kinderen voor Kinderen, Crcus Custers und TonyWillé.


Diskografie

Les carnaval des animaux (1978)
Heart of the Universe (1984)
The Lion’s Dream (2013)

Als Orion

Virgin Ground (1991)


Weblink

http://www.tonscherpenzeeel.com (Offizielle Website des niederländischen Keyboard-Spielers Ton Scherpenzeel)