Blue-Eyed Soul

Blue-Eyed Soul, von englisch blue eyed für »blauäugig« und Soul für die Spielart afroamerikanischer Musik, rassistischer Begriff für Soul, der von Weißen gesungen wird; gängige Meinung ist, dass authentischer Soul nur von Schwarzen gesungen werden kann.

Der kommerzielle Erfolg des Soul, wie er in den 1960er-Jahren etwa von den Schallplatten-Labels Stax, Volt und Atlantic einerseits, Tamla und Motown andererseits repräsentiert wurde, regte natürlich auch weiße Musiker und Sänger an, in diesem Bereich der amerikanischen Popmusik Schallplatten zu veröffentlichen. Zu diesen Musikern gehörten Frankie Valli, The Righteous Brothers und vor allem die britische Sängerin Dusty Springfield, außerdem etwa die Sänger Len Barry, Dean Parrish, Rufus Lumley, Jerry Naylor und weitere mehr. In jüngerer Zeit, etwa sei 2000, gehören zu den Vertretern des Blue-Eyed Soul die Sängerinnen Amy Winehouse, Joss Stone und Adele.

Der Begriff Blue-Eyed-Soul ist durch und durch rassistisch, setzt er doch voraus, dass alle Weißen blaue Augen haben und von afroamerikanischer Musik so wenig verstehen, dass ihre Musik sofort als Nachahmung zu erkennen ist. Natürlich weicht der Stimmklang eines weißen Sängers in der Regel von dem eines schwarzen Sängers ab, doch lassen sich alle anderen Ingredienzien afroamerikanischer Musik durchaus von Weißen zumindest nachahmen. Überflüssig zu sagen, dass beispielsweise die Band Booker T & The MGs, bedeutendste Begleitband des Soul überhaupt, zu gleichen Teilen aus weißen und schwarzen Musikern bestand und eine Vielzahl von Soul-Hits von weißen Urhebern stammt.