Cameo

Cameo, amerikanische Funk- und Dance-Formation, 1976 aus der 1974 gegründeten Gruppe New York City Players hervorgegangen; Kopf der Formation ist Larry Blackmon (* 1956), der zuvor Mitglied der Bands Black Ivory und East Coast gewesen war.

Larry Blackmon hatte eine solide musikalische Ausbildung an der Juillard School of Music genossen und war ein versierter Multiinstrumentalist, der außerdem Songs und Texte schrieb und auch selbst sang. Obwohl die New York City Players aus mehr als einem Dutzend Musikern bestand, war schon diese Band das alleinige Projekt von Blackmon. Als er 1976 von dem Label Chocolate City Records unter Vertrag genommen wurde, einem Unterlabel von Casablanca Records, änderte er den Namen seiner Gruppe in Cameo, um Verwechslungen mit der Soul- und Funkband Ohio Players zu vermeiden.
Von 1977 an veröffentlichte Cameo regelmäßig ein oder zwei Alben pro Jahr, doch erregte ers die 1980 vorgelegte LP »Cameosis« die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums. Blackmon entwickelte in der ersten Hälfte der 1980er-Jahre an eine aus Elementen früherer schwarzer Musik und neuerer Dance Music unter Einsatz von Drum-Computern und Synthesizern eine kompromisslose Musik, die vornehmlich für die Tanzhalle gedacht war. Im Laufe der Jahre verkleinerte Blackmon die Gruppe stetig, bis auf die Größe eines Trios, mit dem er – inzwischen bei Atlanta Artists Records – 1986 »Word up!« veröffentlichte. Diese CD markierte zwar einerseits den Höhepunkt seiner Kreativität, andererseits konnte er dem weltweit erfolgreichen Album nichts Vergleichbares mehr folgen lassen und musste, obwohl er weiterhin CDs auf den Markt brachte, Musikern wie Prince Platzmachen.
Die Songs auf »Word up!« – etwa »Back and forth«, »She´s mine«, »Fast, fierce & funny«, vor allem aber der Titelsong »Word up!« – schon der Titel wurde unter Afroamerikanern zum geflügelten Wort – stellten das Konzentrat der Schwarzen Musik jener Zeit dar, wiesen mit ihren Falsett-Backgroundgesängen und akzentuierten Bläsereinwürfen in die Vergangenheit, etwa auf Earth, Wind & Fire, Ohio Players oder Funkadelic, mit den erkennbar künstlichen Drum-Klängen und den überdimensionalen, dominierenden Funk-Riffs in die Zukunft, die zunächst von Prince, dann von den Hip-Hop-Gruppen gestaltet wurde – der Einfluss dieses Albums kann kaum überschätzt werden. Wenn Blackmons Stil auch immer wieder imitiert wurde und seine Produktionsweise längst ein Topos in der Rock- und Popmusik geworden ist, so stehen die um die Mitte der 1980er-Jahre veröffentlichten CDs dennoch einzigartig, »Word up!« geradezu monumental in der Reihe der bedeutenden Platten schwarzer Musik. Einzigartig und nicht zu kopieren auch Blackmon selbst: Sein nörgelnder, nasaler Stimmklang ist unverwechselbar und sein »Oooow«-Ruf zu Beginn von »Word up!« konnte von anderen Musikern nur durch den Einsatz von Sample-Geräten genutzt werden – das aber immer wieder.



Diskografie

Cardiac Arrest (1977)
We All Know Who We Are (1978)
Ugly Ego (1978)
Secret Omen (1979)
Cameosis (1980)
Feel Me (1980)
Knights of the sound table (1981)
Alligator woman (1982)
Style (1983)
She’s strange (1984)
Single Life (1985)
Word up! (1986)
Machismo (1988)
Real men… wear black (1990)
Emotional violence (1992)
In the face of funk (1994)
Nasty (1996)
Sexy sweet thing (2000)