Janet Jackson

Jackson, Janet Damita Jo , amerikanische Popsängerin und Schauspielerin, * Gary (Indiana) 16.5.1966.

Biografie

Obwohl eigentlich nicht speziell an Musik interessiert, veranlasste ihr Vater Joseph Jackson sein jüngstes von zehn Kindern, Mitglied der aus seinen älteren Kindern gebildeten Musik- und Tanzgruppe The Jacksons zu werden. Aufgabe der Achtjährigen war es, bekannte Showstars wie Cher oder Mae West nachzuahmen und zu parodieren. The Jacksons brachten es dann zwar zu einer eigenen TV-show, doch wurde diese nach kaum mehr als 12 Monaten wieder aus dem Programm genommen. Janet Jackson blieb dem Medium treu und spielte in der Familien-Serie »Good times« von 1976 bis 1979 eine Rolle. Auch danach trat sie gelegentlich in TV-Serien auf.
1980 entschloss sie sich dann doch, eine Karriere im Musikgeschäft einzuschlagen. Gemeinsam mit ihren Schwester LaToya und Rebbie wollte sie eine Band gründen, doch kam diese aufgrund von Streitigkeiten in der Jackson-Familie nicht zustande. Janet sang etwas Background auf dem Album ihrer Schwester LaToya, machte sich dann aber 1981 daran, ein eigenes Album zu produzieren. »Janet Jackson«, ihr Erstling, erschien 1982 und konnte nur mittelmäßigen Erfolg verzeichnen, das 1984 folgende zweite Album mit dem Titel »Dream Street« fiel beim Publikum komplett durch.
1985 tat sich Janet Jackson mit den Produzenten Jimmy Jam, eigentlich James Harris III, (* 1959) und Terry Lewis (* 1956) aus Minneapolis zusammen, die mit ihrer Band The Time zum Umfeld von Prince gehört hatten. Mit ihnen gemeinsam tüftelte Janet Jackson das Album »Control« aus, dass ihr mit einer zeitgemäßen, wen auch unverblümt an die Musik von Prince erinnernden Mischung von Rock, Funk und Soul-Anklängen zum Durchbruch verhalf: Im Laufe der Jahre wurden mehr als 15 Millionen Exemplare der CD verkauft und Album wie auch die erste ausgekoppelte Single (»When I think of you«) nahmen die Topposition der amerikanischen Hitparade ein.
Die 1988 folgende CD, »Rhythm Nation 1814«, übertraf den Erfolg von »Control« noch: Von den sieben aus der Platte ausgekoppelten Singles erreichten vier den ersten Platz der US-Hitparade. Gegen Ende des Jahrzehnts hatte Janet Jackson sich in der Riege der weiblichen Gesangstars (Barbra Streisand, Whitney Houston, Madonna) etabliert und eiferte hinsichtlich kommerziellen Erfolgs ihrem Bruder Michael Jackson nach.
Nach einem kurzen Ausflug in die Schauspielerei (»Poetic justice«, 1992; Regie: John Singleton) unterschrieb Janet Jackson einen Vertrag bei Virgin Records und veröffentlichte bei dem neuen Label mit »Janet« (1993) ihr in jeder Hinsicht erfolgreichstes Album: Die Platte fand Millionen von Käufern, in mehr als 20 Ländern nahm die erste Single, »That´s the way love goes« den ersten Platz der Hitparaden ein und 1994 erhielt sie für den Song einen Grammy. Der erfolgreiche Einstand bei Virgin zahlte sich 1996 aus: Das Label zahlte für die Verlängerung des Vertrages angeblich 80 Millionen Dollar. Doch hatte sich die Firma zu früh gefreut: Mit dem 1997 veröffentlichten Album »The Velvet Rope« konnte die Sängerin bei weitem nicht den Erfolg der vorangegangen Alben wiederholen, möglicherweise, weil die Sängerin Themen wie AIDS und Rassismus aufgegriffen hatte.
2000 übernahm Jackson eine Rollle in dem Film »Nutty Professor II – The Klumps« (dt.: Familie Klumps und der verrückte Professor; Regie. Peter Segal) und sang für den Film den Song »Doesn´t really matter«, erneut ein Nr.-1-Hit in den USA.
Einen empfindlichen Rückgang ihrer Popularität musste Janet Jackson 2004 hinnehmen. Anlässlich eines Auftrittes beim Super Bowl nestelte ihr Duettpartner Justin Timberlake an ihrer Kleidung, woraufhin für einen Moment plötzlich Janet Jacksons rechte Brust zu sehen war. Die amerikanische Öffentlichkeit reagierte entsetzt, nannte die ganze Aktion schließlich »Nipplegate« und Janet Jackson wurde gerichtlich belangt, wenn auch ohne Folgen. Ihre kurz darauf veröffentlichte CD »Damita Jo« (2004) wie auch das 2006 folgende Album »20. Y.O« fanden dann auch relativ wenige Käufer, das Publikum verlor das Interesse an der Sängerin.
2007 wechselte Janet Jackson von Virgin Records zu Island-Def Jam Records. Für die Aufnahmen zu dem Album »Discipline« (2008) verpflichtete sie Produzenten wie Ne-Yo, Stargate, Tricky Stewart, The Dream und setzte als »Executive producers« sich selbst und ihren Lebensgefährten Jermaine Dupri ein.
Janet Jacksons jahrelanger immenser Erfolg hat mehrere Ursachen: In Jimmy Jam und Terry Harris hatte sie nach schleppendem Karrierebeginn zwei Produzenten gefunden, die ihr jahrelang die zeitgemäßen Klänge zur Verfügung stellten – mal bei Prince, mal bei Madonna entliehen -, den Soul einer Diana Ross für Jackson kompatibel machten, dann die gerade aktuellen Rapper mit ihr vor das Mikrophon stellten und auf diese Weise immer wieder Hits erzeugten. Jackson konnte all diese Einfälle ihrer Produzenten adäquat umsetzen, brillierte dazu noch bei ihren Auftritten und in ihren Videos als Tänzerin – am anfang ihrer Karriere war Paula Abdul ihre Choreografin. Jacksons mitunter offensiv zur Schau gestellte Erotik setzte sie nahezu durchgängig für ihre CD-Cover wie auch ihre Videos ein, gab sich in Interviews aber stets zugeknöpft. Immerhin war sie als öffentliche Person nahezu der komplette Gegenentwurf zu ihrem Bruder Michael.



Auszeichnungen

1990 Grammy in einer Kategorie
1994 Grammy in einer Kategorie
1996 Grammy in einer Kategorie
1998 Grammy in einer Kategorie
2001 Grammy in einer Kategorie



Diskografie

Janet Jackson (1982)
Dream street (1984)
Control (1986)
Rhythm Nation 1814 (1989)
janet. (1993)
The velvet rope (1997)
All for you (2001)
Damita Jo (2004)
20 Y.O. (2006)
Discipline (2008)



Filme

Poetic justice (1993; Regie: John Singleton)
Nutty Professor II: The Klumps (2000; Regie: Peter Segal)
Why did I get married? (2007; Regie: Tyler Perry)



Weblinks

http://www.janetjackson.com (Offizielle Website der amerikanischen Popsängerin Janet Jackson)
http://www.janet.de (Offizielle deutsche Website der amerikanischen Popsängerin Janet Jackson)