Toni Braxton

Braxton, Toni Michelle, amerikanische Popsängerin und Schauspielerin, * Severn (Maryland) 7.10.1967.

Toni Braxton sang als Kind im örtlichen Kirchenchor, beabsichtigte zunächst aber nicht, eine Karriere im Musikgeschäft einzuschlagen. Nach der allgemeinen Schulausbildung studierte sie kurze Zeit an der Bowie State University mit dem Ziel. Lehrerein zu werden,brach das Studium dann aber ab, als sie sich ende der 1980er-Jahre entschloss, gemeinsam mit ihren Schwestern Traci, Trina, Towanda und Tamar unter dem Namen The Braxtons eine Vokalgruppe zu bilden. Bereist nach kaum einem erhielten die Schwestern bei Arista Records einen Plattenvertrag. Die bald veröffentlichte Single »Good life« (1990) war kommerziell zwar kein Erfolg, doch fiel Toni Braxton den Produzenten L.A. Antonio Reid und Babyface Kenneth Edmonds aufgrund ihres dunklen Stimmtimbres auf. L.A. Reid und Babyface verschafften der Sängerin nach einigen Demo-Aufnahmen einen Solovertrag bei LaFace Records, einem Unterlabel von Arista.
Das Debütalbum, »Toni Braxton«, erschien 1993 und war vom ersten Verkaufstag an ein Erfolg: Das Album selbst erreichte den ersten Platz der US-Charts, die erste ausgekoppelte Single, »Another sad love song«, die Top Ten, mehr als 15 Millionen Exemplar eder CD fanden ihre Käufer – für diese Erfolge konnte Toni Braxton 1994 drei Grammys entgegennehmen. Mit dem zweiten Album, der 1996 veröffentlichten CD »Secrets«, konnten diese Erfolge noch gesteigert werden: Die Single »You´re makin´ me high« war der erste Top-Ten_Hit der Sängerin, das Album erreichte den zweiten Platz der Album-Charts und die Single »Un-brak my heart« wurde ihr größter Erfolg überhaupt, hielt sich der Song doch über seiben Wochen auf dem ersten Platz der US-Hitparade. Auch für »Secrets« gab es zwei Grammys und über die fand die CD mehr als 20 Millionen Käufer.
Dann brach die Karriere Toni Braxtons abrupt ab. 1998 hatte sie einen Schuldenberg von annähernd vier Millionen Dollar angehäuft und meldete ihren privaten Bankrott an; gleichzeitig verweickelte sie sich in einen Rechtsstreit mit ihrer Plattenfirma. Ein wenig Glück im Unglück hatte sie, als ihr auf dem Höhepiunkt ihrer Krise die Rolle der Belle in Disneys Broadway-Prduktion »Beauty and the beast« angeboten wurde – sie war die erste Farbige, die in der Hauptrolle eines Disney-Spektakels am Broadway auftreten durfte. Als sie sich 1999 wieder mit LaFace Records vertrug, traten nach der Veröffentlichugn von »The heat« (2000) die gewohnten Erfolge auch wieder ein, sowohl Album als auch der ausgekoppelte song »He wasn´t man enough« erreichten speilend die Top Ten, doch blieben die Verkaufszahlen hinter den durch die ersten Alben hochgespannten Erwartungen zurück – die Krise der Musikindustrie verschonte auch Sängerinnen wie Toni Braxton nicht, wenn es auch wieder einen Grammy gab.
Die Streitgkeiten mit LaFace und Arista zeigten bald Nachwirkungen: Über das vierte Album, »More than a woman« (20029 gerieten Toni Braxton und die Label-Gewaltigen erneut aneinander. Eher achtlos wurde die CD auf den Markt gebracht, die Plattenfirma unternahm wenig für die Promotion, und Braxton selbst konnte aufgrund ihrer zweiten Schwangerschaft dem nicht entgegenwirken. Dies rächte sich: Notierungen in den Hitparaden bleiben aus dun von dem Album wurden zunächst nur eine knappe Million Exemplare verkauft. Schließlich hatte die Sängerin genug von Arista und wechselte zu dem Label Blackground Records. Als »Libra« (2005) veröffentlicht wurde, wiederholte sich indes das böse Spiel. Die Plattenfirma vernachlässigte eine adäquate Promotion der CD und die Verkaufszahlen erreichten einen neuen Tiefpunkt, da half auch nicht, dass Toni Braxton gemeinsam mit Il Divo die offizielle Hymne der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland sang und die deutsche Firma Edel Records »Libra« äußerlich renovierte und erneut veröffentlichte.
Der Name der Sängerin litt unter diesen Umständen erstaunlich wenig. 2006 unterschrieb sie einen Vertrag mit dem Flamingo-Hotel in Las Vegas, wo sie mit Unterbrechungen von 2006 bis 2008 regelmäßig bis zu sechsmal wöchentlich mit einer eigenen Show auftrat. 2008 allerdings schien ihre Karriere als Sängerin auf einem Tiefpunkt angekommen: Eine angekündigte neue CD wurde zunächst nicht veröffentlicht, der Vertrag mit Blackground Records war gekündigt und sie selbst musste in der TV-Tanzshow »Dancing with the stars« auftreten.
Toni Braxton könnte als »Soulsängerin des Übergangs« charakterisiert werden: Auf der einen Seite ist ihr Gesangstil noch dem der früheren Soul-Diven ähnlich, andererseits zeigen sich schon Elemente des spätestens Mitte der 1990er-Jahre bald folgenden, von Frauen dominierten R & B. Noch fehlen die Schluchzer, Seufzer und glissandierenden Melismen späterer Sängerinnen, wie sie seit der Jahrtausendwende populär wurden, doch weist die opulente Produktionsweise ihrer CDs – an der sie mitunter mehr oder weniger stark beteiligt war – bereits auf die Zukunft. Für den abrupten Niedergang der Karriere der Sängerin mit der dunklen Stimme sind allerdings noch weitere Ursachen verantwortlich zu machen: Die allgemeine, ab Mitte der 1990er-Jahre sich verstärkende Krise der Musikindustrie, ein Überangebot an R & B-Sängerinnen und schließlich auch Fehler im Management Toni Braxtons.



Diskografie

Toni Braxton (1993)
Secrets (19969
The heat (2000)
More than a woman (2002)
Snowflakes
Un-break my heart: The remix collection (2005)
Libra (2005)



Weblinks

http://www.toni-braxton.de (Offizielle Website der amerikanischen Sängerin Toni Braxton)