Cinch

Cinch, auch RCA-Stecker, Tontechnik, Steckverbindungs-System, das von der amerikanischen Radio Corporation of America in den 1940er-Jahren für die Verbindung von Plattenspielern mit Radiogeräten bzw. Verstärkern entwickelt wurde: Die Stecker und Buchsen werden daher auch RCA Connectors oder Phono Jacks genannt.

Die RCA hatte die Stecker entwickeln lassen, um die seinerzeit noch monauralen Plattenspieler mit den in Rundfunkgeräten eingebauten Verstärkern verbinden zu können. In Deutschland wurden zu dieser Zeit noch zwei so genannte Bananenstecker verwendet. Es gibt von den RCA-Steckern und -Buchsen keine besondere Stereoausführung wie von vielen andern Steckern; jeder Kanal innerhalb einer Übertragungsanlage erfordert daher einen eigenen Stecker.

Der zweipolige Stecker selbst hat eine Länge von insgesamt vier bis fünf Zentimeter; die Pole sind konzentrisch angeordnet, wobei der das Signal führende Stifte von etwa 3,23 mm Durchmesser etwa eine Zentimeter aus dem zweiteiligen Kragen aus Blech herausragt. Der Blechkragen ist der zweite Pol des Steckers und umfasst beim Einstecken in eine RCA-Buchse deren außen liegende Kontakthülse. Die Isolierung zwischen den beiden Polen bestand früher aus Pertinax (Hartpapier), wird mittlerweile jedoch meist aus eingefärbtem Kunststoff gefertigt. Die Buchse stellt das Gegenstück zum Stecker dar: Das abgerundet zylindrische Gehäuse von etwa 8,5 mm Durchmesser ist von einer Metallhülse eingefasst, während der Stift des Steckers in ein in der Mitte der Buchse befindliches Loch geführt wird.
Mit Einführung der Stereotechnik wurde das RCA-Stecksystem nicht verändert, sondern es wurde für den zweiten Kanal einfach ein weiteres Kabel verwendet. Später gab es Kabelbündel mit zwei und mehr Einzelkabeln und Steckerpaar. Die Stecker erhielten eine farbliche Kennzeichnung: Rot für den rechten Kanal, schwarz, seltener weiß für den zweiten Kanal. Farben bei Steckern und Buchsen wurden später auch verwendet, um Kabel mit anderen Funktionen zu kennzeichnen, orange etwa für Digital-Audio, gelb etwa für Composite Video und Grün, Blau und Rot für Component Video. Es werden für den jeweiligen Zweck konfektionierte Kabelbündel angeboten.
Die Cinch-Stecker und –Buchsen werden besonders für zu Stereoanlagen gehörende Geräte, Fernsehgeräte, Camcorder und DVD-Player eingesetzt. Sie spielen auch eine Rolle im semiprofessionellen Bereich der Audiotechnik, in der professionellen Audiotechnik dagegen nur als Schnittstelle zu semiprofessionellen Geräten. Die mangelnde Akzeptanz der Stecker im professionellen Bereich hat ihre Ursache darin, dass die Stecker nicht symmetrisch beschaltet werden können, da dazu zwingen drei Pole nötig sind.
Das Cinch-System war seit Ende des zweiten Weltkriegs zunächst in den USA, dann auch in Japan üblich. Als die japanischen Hifi-Geräte den europäischen, zumal den deutschen Markt eroberten, waren diese mit Cinch-Buchsen ausgerüstet. Wollte eine japanische Firma die deutsche DIN Norm 45 500 für Hifi-Geräte erfüllen, musste etwa in Verstärker und Tonbandgeräte zwingend eine fünfpolige DIN-Buchse eingebaut sein. Dennoch verdrängten die Cinch-Buchsen und -Stecker nach und nach die DIN-Buchse, so dass sie schon seit den 1980er-Jahren nicht mehr in Stereogeräte eingebaut werden. Ein ähnliches Schicksal erlitt das Cinch-System in den 1980er-Jahren, als in transportable Stereogeräte wie Walkman und Discman, später auch MP3-Player, nur noch Miniklinken-Buchsen eingebaut wurden.
Die Herkunft des Namens Cinch ist im Übrigen nicht bekannt; eventuell geht sie auf einen der Hersteller der Stecker namens Cinch Connectors zurück. Falsch ist die hier und da anzutreffend Bezeichnung Cynch.