De-Esser

De-Esser, Gerät oder Software zur Abdämpfung von Zischlauten, wie sie vor allem bei Sprachaufnahmen entstehen können.

Der Schalldruck von Zischlauten – dazu gehören etwa die gesprochenen oder gesungenen Buchstaben S, aber auch bestimmte Frequenzanteile bei schwingenden Schlagzeugbecken – ist häufig höher als der der anderen Stimmlaute, können unter Umständen also einen folgenden Verstärker – in der Regel einen Mikrofon-Vorverstärker – übersteuern. Um dies zu vermeiden, werden De-Esser eingesetzt. Das Gerät besteht im Wesentlichen aus zwei Einheiten: Einem Bandpassfilter und einem Kompressor. Der Bandpass, dessen Eckfrequenzen etwa zwischen neun und 13 kHz liegen, ist in engen Grenzen einstellbar. Das am Filter anliegende Eingangssignal wird gefiltert, der herausgefilterte Anteil einem in seiner Wirkung einstellbaren Kompressor zugeleitet und das komprimierte Signal wieder dem Ursprungssignal beigemischt. Die Komprimierung bedeutet eine Absenkung der Lautstärke des gefilterten Signals, also der Lautstärke der Zischlaute. Es ist auf diese Weise auch möglich, die Phasenlage eines der beiden Signale zu drehen, was zu einer teilweisen oder gänzlichen Auslöschung der entsprechenden Laute führt.
De-Esser werden von vielen Rundfunkstationen obligat eingesetzt. Auch in jüngeren Spielarten der Popmusik, etwa im R&B werden De-Esser sehr oft benutzt und führen bei nachlässiger, inkorrekter Einstellung dazu, dass Sprecher oder Sänger zu lispeln scheinen. Da ein De-Esser natürlich auch als Effektgerät gesehen werden kann, ist dieser Effekt möglicherweise auch beabsichtigt.