Dezibel

Dezibel, abgekürzt dB, 1/10 der Einheit Bel, also: 1 dB=0,1 Bel; benannt ist die Einheit nach dem amerikanischen Erfinder Alexander Graham Bell (* 1847, † 1922). Die Einheit dient der Angabe des dekadischen Logarithmus des Quotienten zweier Leistungsgrößen. In der Tontechnik wird das Maß dazu verwendet, die sinnliche Wahrnehmung beispielsweise von Lautstärke nachvollziehbar zu kennzeichnen.

Da es dem Menschen unmöglich ist, etwa die Lautstärke einer Quelle A als z. B. »doppelt so laut« wie die Lautstärke einer Quelle B zu benennen wird das Maß dB zur Hilfe genommen. Nach dem von Gustav Theodor Fechner (* 1801, † 1887) formulierten Fechner’schen Gesetz lassen sich die Sinneseindrücke am besten durch ein logarithmisches Maß darstellen. Das Maß rührt aus dem Vergleich dieser beiden Quellen her, die sich z. B. in Pegel- oder Spannungsunterschieden zeigen. Die Einheit wird in der Tontechnik für alle Pegel, also Schalldruck, Leistung oder Spannung verwendet. Dabei entspricht eine eben noch wahrnehmbare Änderung etwa der Lautstärke einem dB. Dabei sollte im Falle der Tontechnik stets eine Bezugsgröße angegeben werden, es ist also ohne Aussage, wenn gesagt wird, dass die Lautstärke 50 dB groß ist; das Treibwerk eines Kampfflugzeugs etwa kann nicht »130 dB erzeugen«. Aus diesem Grund gibt es so genannte »Anhängsel«. So wird der Schalldruck immer mit einer realen Situation verglichen: Die Hörschwelle liegt demnach bei 0 dB, eine leise Unterhaltung zwischen zwei Menschen bei 40 dB und die Schmerzgrenze bei 130 dB. Es liegt dabei auf der Hand, dass Frequenz und Entfernung zur Schallquelle definiert werden müssen: Der Schalldruck in einer Entfernung von einem Meter zum Triebwerk eines Jets übersteigt natürlich die Schmerzgrenze, in 100 km Entfernung ist dieses Triebwerk nicht mehr zu hören. Die Schalleistung wird immer mit der Einheit dBA angegeben. Dabei wird das zu messende Schallereignis durch einen A genannten Bewertungsfilter geschickt; das ist ein Bandpassfilter, dessen Eigenschaften durch Normen (IEC und DIN) festgelegt sind.
Die Einheit dB taucht auch bei Konsumerelektronik auf, etwa in der Übersprechdämpfung zwischen dem rechten und linken Kanal in der Stereotechnik. Dabei ist es unvermeidlich, dass Informationen beispielsweise vom linken Kanal auch in den rechten Kanal gelangen. Da dies in der Regel nicht erwünscht ist, sollten Geräte dies aufgrund ihrer technischen Auslegung nicht noch unterstützen Die unerwünschte Tonspannung sollte als gegenüber der erwünschten möglichst kein sein. Dieses Verhältnis wird ebenfalls in dB angegeben. Eine (fiktive) Übersprechdämpfung von 40 dB ist gegenüber einer von 80 dB nicht etwa nur halb so schlecht, sondern geradezu eklatant schlecht.
Mangelhafte Qualität etwa bei Übersprechdämpfung, mehr noch bei dem Abstand von Signal und Rauschen hatte auch Auswirkung auf die Produktion von Musik: Weil zu früheren Zeiten die Übersprechdämpfung der Geräte relativ schlecht war, waren die Stereokanäle schon bei der Aufnahme weit mehr getrennt als es heute der Fall ist. In der digitalen Tontechnik spielt das Phänomen des Übersprechens nahezu keine Rolle, so dass die Trennung der Instrumente bei der Aufnahme nicht in der früher üblichen Strikten Weise nötig ist. Dem Produzenten von Musik gibt dieser Umstand größere Freiheiten bei der Einrichtung des künstlichen Raums, der im Falle von Rock- und Popmusik ja meist kreiert werden muss.



Literatur

Görne, Thomas: Tontechnik; München 32011
Krieg, Thomas: Tonaufzeichnung Analog – Mit Platte und Magnetband bis an die physikalischen Grenzen; Aachen 1989