DIN-Stecker

DIN-Stecker, auch Diodenstecker, Steckverbindung, die für diverse Anwendungszwecke ausgelegt ist und deren Spezifika in diversen DIN-Blättern niedergelegt waren; die Maßgaben für die drei- bis achtpoligen Stecker finden sich nunmehr in der EN60130-9.

In der Audiotechnik gab es neben den drei- und fünfpoligen Ausführungen, bei denen die Kontaktstifte in einem Halbkreis angeordnet waren, noch die fünfpoligen so genannten Würfelstecker. Dabei haben die Stecker nicht etwa die Gestalt eines Würfels, sondern die Kontakte sind so angeordnet wie die Zahl fünf auf einem Würfel, also im Quadrat mit einem weiteren Stift in der Mitte. Würfelstecker kamen nur für Kopfhörer zum Einsatz.
Für die Verbindung von Audio-Geräten wurden bis zur Einführung der Stereotechnik dreipolige Stecker und Buchsen verwendet. An Mikrofonen waren die mit dem Stecker ausgerüsteten Kabel meist fest angeschlossen, wobei Pol Zwei des Steckers an Masse liegt, während Pol Eins das Signal führt. Um ein Rundfunkgerät mit einem Tonbandgerät zu verbinden wurde ein zweipoliges abgeschirmtes Kabel mit zwei Steckern benötigt. Die DIN-Buchse am Radiogerät gab das an der Diode des Demodulators abgegriffen Signal an den Stecker weiter; aus dieser Art des Abgriffs, die von der Lautstärkeregelung des Rundfunkgerätes unabhängig war, soll der Name Diodenbuchse bzw. Diodenstecker herrühren. Bei mit einer DIN-Buchse nachgerüsteten Röhrenradios wurde der Einfachheit halber die noch nicht beeinflusste Tonspannung am Lautstärkepotentiometer abgenommen.
Der Vorteil der eindeutigen Pol-Beschaltung verkehrte sich in sein Gegenteil, wenn zwei Tonbandgeräte mit einem DIN-Kabel verbunden werden sollten: Dann musste der Pol Eins des einen Steckers mit Pol Drei des anderen Steckers verbunden, die Leitungen also überkreuzt werden.
Die Beschaltung der Pole – Po1 Eins für Aufnahme, Pol Zwei für Masse, Pol Drei für Wiedergabe – wurde auch bei Einführung der Stereotechnik beibehalten, doch erhielten die Verbindungen zwischen den vorhandenen Polen zwei weitere, als Vier und Fünf bezeichnet; die Ziffern finden sich auf dem Träger der Stifte. Dabei werden Pol Eins für Aufnahme linker Kanal, Pol Zwei für Masse, Pol Drei für Wiedergabe linker Kanal, Pol Vier für Aufnahme rechter Kanal und Pol Fünf für Wiedergabe rechter Kanal verwendet.
DIN-Stecker bestehen im Wesentlichen aus nur vier Teilen: In den Stiftträger aus Kunststoff sind die drei oder fünf (bei Audiosteckern) eingelassen, ragen auf beiden Seiten des Trägers heraus; umschlossen wird der Stiftträger von zwei jeweils halbrund gebogenen Blechen, die Aussparungen besitzen, in die Vorsprünge des Stiftträgers greifen, dies um ein Verschieben der Bleche zu verhindern; eines der Bleche bietet auch eine einfache Zugentlastung für das Kabel. Zusammengehalten werden diese drei Teile von einer Hülse aus eher weichem Kunststoff, die nach der Montage über die Bleche geschoben wird; der Blechkragen ragt dann aus der Griffhülse etwas mehr als einen Zentimeter heraus. Insgesamt ist der Stecker zwischen vier und sechse Zentimetern lang und hat einen Durchmesser, von etwas mehr als 13 mm. Zwar werden DIN-Stecker in aller Regel bei Anschluss verriegelt – die meisten Bauformen bieten diese Möglichkeit nicht –, es gibt aber Ausführungen, die eine Bajonettverschluss haben; die Buchse muss natürlich das Gegenstück dazu geben.
DIN-Buchsen bestehen aus Metall und Kunststoff. In den Kunststoffkörper eingelassen sind die federnden Kontakte. Es gibt diverse Ausführungen von DIN-Steckern und Buchsen, darunter auch eine Miniaturausführung, die bei manchen Soundkarten als MIDI-Buchse eingebaut war.
Die DIN-Steckverbindungen verloren seit den 1980er-Jahren im Konsumer-Bereich schnell an Bedeutung und wurden durch die Cinch-Verbindung verdrängt. In der Musikelektronik beweisen sie als MIDI-Buchse aber ein zähes Leben; zum Einsatz kommen hier fünfpolige Stecker und Buchsen. Ansonsten werden im Studiobereich DIN-Stecker und –Buchsen nicht verwendet; hier wurde ihnen früher der Platz durch die ungleich robusteren Tuchel-Steckverbindungen, später durch XLR-Verbindungen streitig gemacht.