ELA

ELA, Abkürzung für Elektro-Akustik, aber auch für Elektroakustische Anlage, Niederfrequenz-Übertragungsanlagen, die vornehmlich, aber nicht nur, der Übertragung von Sprache in großen Veranstaltungsorten wie Kirchen, Parlamenten, Kinos, Hallen und Stadien dienen.

Der Begriff ist häufig Bestandteil von Wortzusammensetzungen wie ELA-Verstärker, ELA-Mischverstärker, ELA-Lautsprecher usw. ELA-Anlagen sind meistens fest am jeweiligen Veranstaltungsort eingebaut; Art der Verstärker, Leistung der Verstärker wie Ausgestaltung der Lautsprecheranlage sind auf den jeweiligen Ort angepasst. ELA-Anlagen sind meist monophon ausgeführt, doch gibt es auch stereophone wie mehrkanalige Anlagen, letztere etwa in Kinos.
ELA-Anlagen, die es etwa seit Anfang der 1930er-Jahre gibt, bestanden im einfachsten Fall aus einem so genannten Mischverstärker mit wenigstens einem Mikrophoneingang wie zusätzlichen Eingängen für Rundfunkgeräte und Plattenspieler und einer oder mehrere so genannter Lautsprecher-Zeilen. Diese Lautsprecherboxen bestanden aus Gehäusen unterschiedlicher Größe, in die in aller Regel mehrere Breitbandlautsprecher beherbergten. Die Verstärkerleistung der in Röhrentechnik ausgeführten Geräte betrug selten mehr als 30 Watt, doch gab es Mischverstärker mit bis zu 150 Watt. Anders als etwa die später für die Übertragung von Rockmusik entwickelten P.A.-Anlagen waren ELA-Anlagen meistens mit der so genannten 100-Volt-Technik ausgerüstet. Vorteil dieser Technik ist, dass sehr lange Leitungen zwischen Verstärker und Lautsprecher gelegt werden können, ohne dass es zu Leistungsverlusten kommt, Nachteil, dass in jede Lautsprecherbox ein Übertrager eingebaut werden muss, der die relativ hohe Spannung wieder herabsetzt. Bei einer 100-V-Übertragung müssen Verstärkerleistung und Lautsprecherleistung exakt aufeinander abgestimmt sein, da jeder Lautsprecher quasi nur »seinen« Anteil an der Verstärkerleistung erhält.
Bei modernen ELA-Anlagen sind Eingangsverstärker – in der Regel ein mehrkanaliges Mischpult – und Verstärkerendstufen meist getrennt; die Verstärker mit teilweise extrem hoher Leistung werden ausschließlich mit Halbleitern aufgebaut, oft werden die Anlagen auch von Prozessoren gesteuert, die eine optimale Anpassung an die Gegebenheiten des Veranstaltungsortes erlaubt. Zahl und Art der Eingänge wird nur durch das Mischpult begrenzt. Die Lautsprecher sind oft Mehrwege-Kombinationen, die in geschlossene oder Bassreflex-Gehäuse eingebaut sind. Zwar steht bei ELA-Anlagen nach wie vor die Übertragung von Sprache im Vordergrund, doch sind die meisten ELA-Anlagen in der Lage, Musik in wenigstens befriedigender Qualität wiedergeben zu können.
Ein Sonderbereich der ELA-Übertragung war bis weit in die 1960er-Jahre die Orchesterelektronik, die einerseits aus Instrumentalverstärkern, andererseits aus einer Gesangsanlage bestand. Die Orchesterelektronik entstand aus der ELA-Technik und war Vorläufer heutiger P.A.-Anlagen.



Literatur

Büscher, Gustav: Kleines ABC der Elektroakustik; München 1951; 71983
Kühne, Fritz: Musikübertragungs-Anlagen; München 41963
Kühne, Fritz: Niederfrequenz-Verstärker mit Röhren und Transistoren; München 1967
Wirsum, Siegfried: Praktische Beschallungstechnik, Gerätekonzepte, Installation, Optimierung; München 1991