Endstufe

Endstufe, englisch Power Amp, Niederfrequenzverstärker, der der Strom- und damit der Leistungsverstärkung dient; die Spannungsverstärkung übernehmen wahlweise vorgeschaltete Vorverstärker (Pre-Amp).

Endstufen sind immer die Verstärker, an die der »Verbraucher«, also der Wandler, angeschlossen wird; in den weitaus meisten Fällen ist das ein Lautsprecher oder eine Lautsprecherkombination. Endstufen werden allerdings auch dazu benötigt, etwa den Schneidstichel einer Platten-Schneidmaschine zu bewegen. Endstufen sind entweder Teil eines Instrumentalverstärkers oder einer PA (Public Adress System), dann als eigenständige Geräte, meist in zweikanaliger (stereophoner) Ausführung. Die Leistung beträgt mitunter nur wenige Watt, kann im professionellen Bereich aber bis zu 1000 Watt je Kanal erreichen.
Die bis weit in die 1960er-Jahre im so genanten ELA-Bereich üblichen Monoendstufen waren meistens integraler Bestandteil von Mischverstärkern und durchweg mit Röhren aufgebaut. In den 1960er-Jahren lösten transistorisierte Endstufen diese Geräte ab; große Rock-Festivals wie etwa die Veranstaltungen auf der Isle of Wight, Fehmarn oder Woodstock waren nur mit der Verfügbarkeit von leistungsstarken Transistor-Endstufen überhaupt denkbar.
Die Endstufen von Instrumentalverstärkern sind in aller Regel deutlich leistungsschwächer. Gitarristen bevorzugen mit Röhren, Bassisten eher mit Halbleitern aufgebaute Verstärker. In jüngere Zeit wurden die gerade bei leistungsstarken Endstufen erforderlichen schweren und voluminösen Netzteile der Geräte durch leichte Schaltnetzteile abgelöst.
So konnten sich Halbleiter-Endstufen auf breiter Basis durchsetzen, da sie größere Leistungen und qualitativ bessere Übertragungseigenschaften aufweisen. Der Unterschied zu Endstufen und Verstärkern im Konsumerbereich besteht weniger in der zugrunde liegenden Schaltungstechnik als in der weitaus größeren Betriebssicherheit. Endstufen des professionellen Veranstaltungsbereichs sind immer mit ausgeklügelten Schutzschaltungen ausgestattet, die dem Schutz der Endstufe einerseits – Kurzschluss des Ausgangs, offener Ausgang, Fehlanpassung –, dem Schutz der Lautsprecher andererseits dienen. In mit Computer-Steuerung ausgestatteten Übertragungsanlagen werden die Betriebsbedingungen der Endstufen ständig überwacht.