Equipment

Equipment, englisch für »Ausrüstung«, Ausstattung einer Rockgruppe mit den bei Live-Auftritten notwendigen Geräten und Apparaten. Zu Equipment zählen neben den Musikinstrumenten Verstärker, Lautsprecher (Monitore und PA), Mikrofone und Mischpult, Effektgeräte, eventuell auch Beleuchtungsanlage (Bühnenbeleuchtung). Lagerung, Transport und Aufbau des Equipments gehören in die Zuständigkeit des Road Managers; als Studio-Equipment werden die in einem Tonstudio benötigten Geräte – Mikrofon, Mischpult, Effektgeräte und weiteres mehr -bezeichnet.

Im Laufe der 1970er-Jahre geriet das Equipment zunehmend in das Zentrum des Interesses vieler Musiker. Spöttisch als »Giganto«-Rock-Gruppen bezeichnete Bands wie Yes und Emerson, Lake & Palmer legten größten Wert auf ihr Equipment, das schließlich nach der Zahl der mit ihm gefüllten Sattelschlepper beurteilt wurde. Sinn dieser ausufernden Technik war es vor allem, die Musik einer Schallplatte möglichst originalgetreu auch im Konzertsaal vorführen zu können. Dies führte zu einem Erstarren der Live-Musik, da sich jeglich spontane Regung den technischen Gegebenheiten unterwerfen musste. Punk war unter anderem auch eine Kritik an dieser Starre; doch nur vorübergehend wurde deutlich, dass für Rockmusik nicht mehr als die Instrumente und ein paar Verstärker wirklich notwendig waren. In Laufe der 1980er-Jahre wurde tatsächlich immer mehr Equipment als je zuvor verwendet, mit schlussendlich ähnlichen Ergebnissen wie Mitte der 1970er-Jahre. Konzerte wie die Aufführung von Roger Waters‘ »The Wall« in Berlin (1990) sind Demonstrationen des technischen Aufwands, der getrieben werden kann.
Natürlich kommt Rockmusik nicht ohne technisches Equipment aus, und für ein Konzert vor einem großen Publikum ist auch ein entsprechendes Equipment notwendig. Bedenklich ist aber, wenn die Ausrüstung den ersten Stellenwert im Denken eines Musikers erhält; vor allem ambitionierte Amateurmusiker legen mitunter allzu großen Wert auf den Besitz der »richtigen« Gitarre, des »richtigen« Verstärkers usw. Musikerzeitschriften wie »Fachblatt Music Magazin«, » Soundcheck« und andere erfüllten und erfüllen dabei eine zweifelhafte Funktion: Einerseits ist ihre aufklärerische Wirkung unverkennbar; die Qualität des heute verfügbaren Equip ments ist unter anderem ein Ergebnis dieser Aufklärung und der kritischen Beobachtung des Marktes. Andererseits sind diese Zeitschriften nolens volens auch Werbeschriften – nicht nur wegen der zahlreichen Anzeigen – und von einem hohen Glaubwürdigkeitsgrad, sind doch die Tester der Instrumente und des Equipments in der Regel Profi-Musiker. Unerfahrene Musiker interpretieren kritische Tests mitunter dann dahingehend, dass nur das teuerste Equipment das beste ist und den Erfolg garantiert.



Literatur

Bacon, Tony (Hg.): Rock Hardware; Dorset 1981