Fuzz Box

Fuzz Box, von englisch fuzz für etwa »krausen, verkrausen« im Sinne von verzerren und box für »Kasten, Schachtel«, separate Vorverstärkerstufe, die dazu dient die Ausgangsspannung eines elektrischen Instrumentes so weit zu verstärken, dass ein nachfolgender Instrumentalverstärker übersteuert wird; als weitere Bezeichnung haben sich für die Fuzz Box die Begriffe Verzerrer und Booster eingebürgert.

Die ersten, mit Röhren aufgebauten Instrumentalverstärker waren so ausgelegt, dass der Klang des angeschlossenen Instruments – etwa eine elektrische Gitarre oder eine Hammond-Orgel – ohne vom Verstärker erzeugte Verzerrungen übertragen werden konnte. Dieser eher »konservativen« Auffassung von Klang steht die von Afroamerikanern bevorzugte und aus dem afrikanischen Erbe herrührende Klangästhetik gegenüber, in der der so genannte »reine« Klang die Ausnahme ist. Um einen solchen Klang auch mit elektrischen Instrumenten zu erreichen, wurden die Vorstufen der Verstärker so manipuliert, dass sich durch Übersteuerung der gewünschte Klang ergeben konnte.

In den 1960er-Jahren wurden besondere Vorverstärker in separaten Gehäusen untergebracht. Die Vorverstärker diente dazu, die beispielsweise von einer elektrischen Gitarre abgegebene NF-Spannung so weit zu verstärken, dass die Vorstufe des nachfolgenden Instrumentalverstärkers mit Sicherheit übersteuert wurde und sich der bekannte singende Klang ergab. Diese Verstärker waren relativ einfach aufgebaut und bestanden oft nur aus ein oder zwei Verstärkungsstufen; verwendet wurden entsprechend der Entstehungszeit der Geräte Germaniumtransistoren. Bekannte Fuzz Boxes waren etwa der Rangemaster der britischen Firma Dallas Musical, das Fuzz Face von Dallas Arbiter, und später der Tube Screamer von der japanischen Firma Ibanez.

Die Regelmöglichkeiten dieser Effektgeräte sind meist minimal, es genügen ein Lautstärkeregler und ein Regler für den Verstärkungsgrad, damit auch für den Grad der erreichbaren Verzerrung. Die Schaltungen sind so einfach ausgelegt, dass geringe Veränderungen der Werte von Kondensatoren und Widerständen schon erheblich Auswirkungen haben könne. Zwar bevorzugen viele Gitarristen Fuzz Boxes mit Germaniumtransistoren, doch ist der Aufbau auch mit Röhren, Siliziumtransistoren und integrierten Schaltungen möglich.