General MIDI

General MIDI, abgekürzt GM, Erweiterung des 1982 einführten MIDI-Standards, 1991von der MIDI Manufacturers Association (MMA) und dem Japan MIDI Standards Committee (JMSC) präsentiert. Spätere Erweiterungen waren das 1999 festgelegte General MIDI 2 (GM2); der Standard General MIDI Lite (GM Lite) dagegen stellt eine Einschränkung dar, die allerdings nur von Geräten genutzt wird, die ohnehin nicht den GM-Standrad erfüllen könnten.

Im so genannten MIDI-Protokoll von 1982 waren zwar diverse Details festgelegt, die die Verbindung von Musikinstrumente mit elektronischer Tonerzeugung ermöglichte, doch stellte sich in der Praxis heraus, dass der Datenaustausch nicht immer zu den gewünschten Ergebnissen führte. Als besonders misslich wurde angesehen, dass eine MIDI-Datei, die auf einem anderen Klangerzeuger abgespielt wurde als auf dem, auf dem sie eingerichtet worden war, auch stets mit anderen Klangprogrammen abgespielt wurde. Hatte ein Nutzer beispielsweise auf Platz 1 eines Synthesizers A von 128 möglichen Klangprogramm-Plätzen einen Orgelklang gesetzt, konnte es sein dass ein von einem anderen Hersteller stammender Synthesizer B auf demselben Platz beispielsweise eine Cembalo-Klang sitzen hatte. Die auf Synthesizer A vorgenommen Instrumentierung von Musikstücken wurde von Synthesizer B also anders interpretiert.
Mit GM wurde dieser Misstand behoben: Geräte, die diesem Standard folgen – das ist mittlerweile bei allen Synthesizer der Fall – geben MIDI-Dateien stets korrekt wieder, da die Belegung der Programmplätze bei all diesen Geräten gleich ist: Auf Platz 1 sitzt immer das Klavier, auf Platz 17 ein Orgelklang, auf Platz 73 der einer Piccoloflöte. Insgesamt sind die Klänge in 16 Bänken zu je acht Klangprogrammen organisiert. Festgelegt wurde auch, dass auf MIDI-Kanal 10 immer Schlagzeug und Perkussion vorbehalten ist und die Drum Map ebenfalls einem festgelegten Schema folgt: Die Bass Drum sitzt beispielsweise immer auf dem Ton H0.
Die Voraussetzunge für diese Zuordnungen ergibt sich aus grundsätzlichen Forderungen, die alle Geräte, die den GM Standard nutzen sollen, erfüllen müssen: Polyphonie auf allen MIDI-Kanälen, 24-stimmige Polyphonie, alle 16 MIDI-Kanäle können jeder für sich MIDI-Befehle empfangen, wobei Kanal 10 den Schlaginstrumenten vorbehalten ist. Einige Verabredungen hinsichtlich der Interpretation von Controller-Daten gehören ebenfalls zum GM-Standard. Schließlich muss es möglich sein, den GM-Standard auch abschalten zu können.
General MIDI war ein erster Versuch, den MIDI-Standard einerseits der Praxis, andererseits der technischen Entwicklung anzupassen. Später schlugen etwa die Firma Roland den GS-Standard, die Firma Yamaha den XG-Standard vor. Beide Standards werden von GM-kompatiblen Klangerzeugern »verstanden« und werden, soweit sei dazu in der Lage sind, auch umgesetzt. Der GM-Standard stellt mittlerweile die unterste Ebene im Austausch von MIDI-Daten dar.



Literatur

Timmermanns, Hans: MIDI, Musik und Computer, Aachen 1990
Young, Rob: Arbeiten mit MIDI-Files; München 2005



Weblink

http://www.midi.org/techspecs/gm.php (Website mit ausführlichen Informationen zu General MIDI, General MIDI 2 und General MIDI Lite)