Ghettoblaster

Ghettoblaster, zusammengesetzt aus möglicherweise hebräisch Ghet für »Absonderung« und englisch blast für »ins Horn stoßen« oder auch »Explosion«, vergleichbare Geräte werden in Deutschland Radiorekorder genannt, auch die Bezeichnung Boombox ist üblich; in einem gemeinsamen Gehäuse untergebrachte Kombination von Rundfunkempfänger, Kassettenrecorder, Stereoverstärker und Lautsprechern.

Radiorekorder kamen nach Marktreife von Kassettenrecordern Anfang der 1960er-Jahre auf. Sie glichen äußerlich zunächst den bis dahin üblichen so genannten Kofferradios, die aus einem Rundfunk-Empfangsteil, einem Monoverstäker und einem Breitbandlautsprecher bestanden; diese Elemente waren in ein quaderförmiges Gehäuse eingebaut. Den UKW-Rundfunkempfang ermöglichte eine ausziehbare Teleskopantenne.
Ghettoblaster weichen technisch von diesen Geräten kaum ab, sieht man einmal davon ab, dass Kassettenrecorder und Verstärker in Stereotechnik ausgelegt sind und deshalb auch zwei getrennte Lautsprecher verwendet werden. Meist handelt es sich um Breitbandlautsprecher, manchmal auch um Zwei-Wege-Konstruktionen. Bedingt durch die Stereotechnik haben Ghettoblaster ein völlig anderes Aussehen als die früher üblichen Radiorekorder mit ihrer optisch eher zurückhaltenden Form. Ein typischer Ghettoblaster zeigt ein lang gestrecktes, stark abgerundetes Gehäuse aus Kunststoff, das eine Front- und eine Rückseite aufweist. Rechts und links beherbergt das Gehäuse die Lautsprecher, in der Mitte sitzt der Radioteil, der Kassettenrecorder wurde oft ebenfalls mittig in die Front integriert. Eine optische Variante boten dagegen Ghettoblaster, deren Aussehen bewusst »technisch« gehalten war; sie wiesen ein scharfkantig eckiges Gehäuse aus metallisiertem Kunststoff auf. Manche Ghettoblaster boten zwei Kassettenrecordern, spätere Modelle auch einen CD-Player und es gibt Geräte mit einer Karaoke-Funktion, zu der ein Mikrophon-Eingang gehört. Das äußere Design ist oft mit diversen Lichteffekten mehr oder weniger aufgewertet.
Obwohl Ghettoblaster in erster Linie für den Betrieb mit Batterien gedacht sind, sind oft von imposanter Leistungsstärke, die in diesem Falle allemal Lautstärke bedeutet. Dennoch ist in die meisten Ghettoblaster ein Netzteil eingebaut.
Der Batteriebetrieb ist auch Voraussetzung dafür, dass Ghettoblaster eine bedeutende Rolle in der zum Hiphop gehörenden Straßen-Musikkultur spielten. Sie ermöglichten erst die für Hiphop essentiellen Battles, bei der sich Hiphop-Musiker in einer Art friedlichen Wettkampf miteinander auseinandersetzten. Ende der 1980er-Jahre kamen die vor allem in den USA und in Japan beliebten Ghettoblaster aus der Mode, so dass viele Hersteller sich entschlossen, die Produktion auslaufen zu lassen.



Weblink

http://www.pocketcalculatorshow.com/boombox/ (Website mit Informationen zu Ghettoblastern)