Headroom

Headroom, zusammengesetzt aus englisch head für »Kopf« und room für »Raum«, deutsch: Aussteuerungsreserve, Begriff aus der Audiotechnik; als Headroom wird der dynamische Abstand zwischen Vollaussteuerung und ersten hörbaren Verzerrungen bezeichnet

Bei Tonaufnahmen liegt ein Bestreben darin, dass Nutzsignal möglichst laut auf den Tonträger – zunächst also Tonband oder Festplatte – zu bringen, um Nebengeräusche wie Rauschen weitgehend zu unterdrücken – diese sollen gegenüber dem Nutzsignal besonders leise sein. Andererseits dürfen die jeweiligen Geräte – und auch das Tonband – nicht bis an die Grenze ihrer technischen Leistungsfähigkeit ausgenutzt werden, da dies im Falle von auch nur geringen Pegelsprüngen nach oben zu Verzerrungen, insbesondere Klirren führt.
Deshalb wird für Geräte in der Audio-Übertragungskette, jeweils ein Nennpegel festgelegt, der natürlich unter dem technisch möglichen maximalen Pegel liegt – immer unter der Voraussetzung, Verzerrungen zu vermeiden. Legt man 0 dB für den Maximalpegel fest, so kann der Nennpegel beispielsweise 9 dB darunter, also bei -9dB, liegen. Diese Werte können genormt sein – etwa in der Rundfunktechnik -, doch zählen hier auch Erfahrungswerte.
Wird nämlich etwa eine Instrumentalgruppe aufgenommen, so wird die »lauteste Stelle« der von der Gruppe gespielten Komposition als Bezugspunkt für die Vollaussteuerung, also als Nennpegel genutzt. Sollte bei der Aufnahme einer der Instrumentalisten während des Spiels der lautesten Stelle noch ein wenig lauter spielen, so führt dies aufgrund der Aussteuerungsreserve nicht gleich zu Verzerrrungen.
Erfahrene Toningenieure nutzen den Headroom natürlich aus. Notwendig ist dazu eine genaue Kenntnis, welche Dynamikspitzen noch nicht zur Übersteuerung eines bestimmten Gerätes führen. Zu Zeiten der analogen Bandtechnik gab es Bänder, die einen größeren Headroom erlaubten als andere. Von besonderer Bedeutung sind die für die jeweilige Aufnahme verwendeten Aussteuerungsinstrumente. Hier gibt es welche, »träge« auf den Verlauf des Pegels reagieren, andere weisen diese Trägheit nicht auf; Zeigerinstrumente sind in der Regel träge. Bei trägen Messinstrumenten muss ein Headroom einkalkuliert werden.