Instrumentalverstärker

Instrumentalverstärker, spezielle für die Verstärkung der in Jazz, Rock und Pop gebräuchlichen elektrischen Instrumente entwickelte und gebaute Verstärker, oft in Kombination mit entsprechenden Lautsprechern oder Lautsprecherboxen; daher gibt es besondere Verstärker für elektrische Gitarren, Bassgitarren und Keyboards. Für die Übertragung von akustischen Gitarren oder Kontrabässen sind besonders in der Klangregelung angepasste Instrumentalverstärker üblich.

Gitarrenverstärker

Gitarren-Combo-Verstaerker

Gitarren-Combo-Verstärker (Fotolia)

Wenn es auch vor allem im unteren Preissegment mit Transistoren bestückte Verstärker gibt, so ist der klassische Gitarrenverstärker ein Röhrenverstärker mit einer Leistung zwischen 15 und 100 Watt. Es sind zwei Bauformen üblich: Zum einen der sogenannte Combo, der in einem Holzgehäuse einen oder zwei Lautsprecher sowie den eigentlichen Verstärker beherbergt; zum anderen der sogenannte Head oder auch Top. Dabei handelt es sich um ein Holzgehäuse, in dem sich lediglich der Verstärker befindet. An diesen werden eine oder zwei Lautsprecherboxen angeschlossen. Manche Verstärker gibt es lediglich als Combo – etwa den AC 30 der britischen Firma Vox – oder nur als Head, so etwa den Plexi genannten Verstärker der britischen Firma Marshal. Intern bestehen Gitarrenverstärker immer aus zwei Teilen, der oft mehrkanaligen Eingangsstufe und der Endstufe. In der Regel verfügen Gitarrenverstärker über wenigstens zwei Kanäle, zwischen denen hin- und hergeschaltet werden kann: einen »Clean«-Kanal, der das Tonsignal der Gitarre weitgehend unverzerrt weitergibt, sowie einen zweiten Kanal, der so ausgelegt ist, dass er leicht übersteuert werden kann. Die Bezeichnung dieses Kanals kann variieren (Gain, Crunch usw.). In jüngerer Zeit sind sogenannte Modelingverstärker populär geworden, die mittels Halbleitertechnik und fest eingebauter Klangprogramme das Klangverhalten bekannter Verstärker weitgehend authentisch nachahmen. Die Bauart der wegen ihres stets als angenehmer empfundenen Klanges bevorzugten Röhrenverstärker dagegen hat sich seit Jahrzehnten kaum gewandelt; technisch sind diese Verstärker auf große Leistung und nicht auf geringe Verzerrung oder geringes Rauschen hin optimiert.

Bassverstärker

Aufgrund ihres klareren Klanges und der preiswert zu erreichenden sehr hohen Ausgangsleistungen bevorzugen Bassisten zumeist Transistorverstärker, doch gibt es auch leistungsstarke Röhren-Bassverstärker. Da die üblichen Ausgangsleistungen aber mittlerweile einige Hundert Watt – möglich sind 30 bis 1000 Watt Ausgangsleistung – betragen müssen, werden im Allgemeinen Transistorverstärker eingesetzt. Auch ist die Kombination von Bassvorverstärker und leistungsstarken PA-Endstufen gebräuchlich. Zwar gibt es Combo-Bassverstärker, doch werden diese zumeist lediglich als Übungsverstärker verwendet; für die Bühne dagegen sind ein als Topteil ausgebildeter Verstärker und ein oder zwei Bassboxen üblich. Die Vorstufe von Bassverstärkern verfügt meistens nur über einen Kanal, doch oft über eine ausgeklügelte Klangregelung, die aus einem parametrischen oder grafischen Equalizer bestehen kann.

Keyboardverstärker

Wenn es auch spezielle Keyboardverstärker mit einer Vielzahl von Eingängen und einer leistungsstarken Endstufe gibt, verwenden Keyboardspieler doch zumeist ein Mischpult, dessen Ausgang über das Saalmischpult direkt mit der PA verbunden ist; bei kleineren Aufbauten werden übliche PA-Endstufen verwendet. Ein Ausnahme bildet die Verstärkung von Hammond-Orgeln, für die nahezu ausnahmslos ein sogenanntes Leslie-Kabinett verwendet wird; in diese spezielle Lautsprecherbox ist eine Röhrenendstufe mit einer Ausgangsleistung von 40 Watt eingebaut. Vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren haben einige Rockorganisten (Keith Emerson, Jon Lord) neben den Leslies aber auch normale Gitarrenverstärker (High Watt, Marshal) verwendet, um einen recht stark verzerrten Orgelklang zu erzielen.