Klinkenstecker

Klinkenstecker, in der Musikelektronik weit verbreiteter Standard von Steckverbindungen; bei elektrischen Gitarren und Bässen ist die Klinken-Verbindung der nahezu ausschließlich genutzte Standard. Es gibt die ursprünglich als Steckverbinder für Telefon-Schalttafeln entwickelten Klinkenstecker in drei Größen und diversen Ausführungen. Der Stecker wird auch Phone Jack oder Audio Jack genannt.

Die Anfang des 20. Jahrhunderts schnell wachsende Zahl von Telefonanschlüssen machte bald Zentralen zur Vermittlung der Gespräche – also zur Verbindung der Teilnehmer – nötig, in denen die Verbindungen von Hand mittels kurzer Kabel an Schalttafeln hergestellt wurde. An den Enden der Kabel waren Klinkenstecker angebracht, die einen Durchmesser von ¼ Zoll, also etwa 6,35 mm Durchmesser hatten. Die Stecker vereinigen in dem Stift zwei Kontakte, getrennt durch einen isolierenden Ring; der Schaft war mit Masse, der etwa kugelförmige Kopf mit dem Signal verbunden. Das Steckergehäuse aus Kunststoff oder Metall wird auf ein in den Stecker geschnittenes Gewinde geschraubt.
Dieser Stecker, Phone Jack genannt, wurde auch für die ersten elektrischen Musikinstrumente verwendet, insbesondere für elektrische Gitarren. Das Stecksystem war denkbar einfach, es bestand aus dem Stecker und einer passenden Buchse, für deren Einbau lediglich ein einziges Loch benötigt wurde, in dem die Buchse mit einer die Buchse umfassenden Mutter zentral befestigt wurde. Für den vorgesehenen Einsatz bot der Stecker eine ausreichende Kontaktsicherheit und war durch das Einrasten des Kugelkopfes innerhalb der Buchse auch gegen Herausrutschen einigermaßen gesichert. Außerdem ließ sich die Steckverbindung kostengünstig herstellen. In der professionellen Studiotechnik wurde der Stecker nicht verwendet, wohl aber bei den modularen Synthesizern, die Robert Moog in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre vorstellte.
Bis zur Einführung der Stereotechnik besaß der Klinkenstecker lediglich zwei Pole. Die Stereotechnik machte die Ausrüstung des Steckers mit einem dritten Pol notwendig, so dass der Schaft des Steckers mittels eines weiteren Isolierringes unterteilt wurde; eingesetzt wurde dieser Stecker vornehmlich für Kopfhörer, da die Verbindungen zwischen Stereogeräten selbst meistens mittels Cinch-Stecker vorgenommen wurden und werden. Die Buchsen der Klinkenstecker wurden mit einem Schaltkontakt versehen, der bei Einstecken eine Verbindung unterbrach, und beim Herausziehen wieder herstellt. Auf diese Weise werden beispielsweise die Lautsprecher einer Stereoanlage ausgeschaltet, wenn ein Kopfhörer in den Verstärker eingesteckt wird. Hochwertige Buchsen bieten auch eine Verriegelung, die ursprünglich nicht
Die in den 1960er-Jahren erfolgende Miniaturisierung von Audiogeräten – zunächst bezogen auf Transistorradios, später auch in Form des Walkmans auf Kassetten-Bandgeräte – machte die Entwicklung eines kleinen Steckers notwendig. Das Prinzip des Klinkensteckers wurde herangezogen, um kleinere Stecker zu entwickeln, so den Stecker mit einem Durchmesser von 3,5 mm, dann auch einen von 3,5 mm Durchmesser, jeweils mit entsprechenden Buchsen und Kupplungen. Die Mini-Steckverbindungen von 3,5 mm Durchmesser, so genannte Mini-Klinken, fanden auch Eingang in die Computertechnik, sind das obligate Steckverbindungs-System bei Soundkarten und mittlerweile auch an diversen semiprofessionellen Geräten zu finden, so an Field-Recordern. Auch bei einigen modular aufgebauten Synthesizern wird für die Patchkabel der Mini-Klinkenstecker genutzt. Die Eignung der kleinen Stecker für den Einsatz im Audio-Bereich ist umstritten; im professionellen Bereich werden sie vor allem wegen der mangelhaften Übersprech-Dämpfung abgelehnt, müssen nolens volens aber akzeptiert werden, wenn die anzuschließenden Geräte keine andere Verbindungsmöglichkeit bieten. Auch ist die mechanische Belastbarkeit der kleinen Stecker als gering einzustufen. Dennoch gab es durch die Einführung von vierpoligen Mini-Klinken eine weitere Entwicklung. Der weitere Ring wird etwa für mehrkanalige Soundkarten verwendet.
Der große Mono-Klinkenstecker, wie er für elektrische Gitarren verwendet wird, ist zu einem Symbol der Rockmusik geworden und wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder abgebildet. Die Herkunft des deutschen Namens Klinkenstecker ist vermutlich auf das Einrasten des Steckers in der Buchse zurückzuführen, nimmt also auf ähnliche Vorgänge im Maschinenbau Bezug.