Mikroport

Mikroport, Kunstwort, zusammengesetzt aus altgriechisch mikros für »klein«, damit auf Mikrophon anspielend, und lateinisch portare für »tragen«, kabellose Mikrofonanlage; der Begriff wurde 1957 von dem deutschen Mikrofon-Hersteller Sennheiser, als Warenzeichen eingeführt. Sennheiser stellte als erste Mikroports her.

Eine Mikroport-Anlage besteht aus einem kleinen UKW-Sender und einem Empfänger. Der Sender ist so klein, dass er von seinem Benutzer direkt am Körper getragen werden kann. In den Sender wird das Mikrofon des Benutzers eingesteckt. Der Sender wiederum übermittelt das Audiosignal des Mikrofons an den Empfänger, der seinerseits mit dem Mischpult verbunden ist; vermieden wird also ein mehr oder weniger langes Kabel zwischen Mikrophon und Mischpult.
Sennheiser hatte seine Mikroport-Anlage zunächst für die Verwendung in Fernsehsendungen konzipiert. Die Sender-Empfänger-Kombinationen erwiesen sich aber als so betriebssicher, dass sie auch bei Live-Konzerten eingesetzt werden konnten. Da nicht nur die von Mikrophonen gelieferten Tonspannungen auf diese Weise übertragen werden können, sondern auch die von elektrischen Gitarren und Bässen, ist die Verwendung von Mikroport-Anlagen mittlerweile Standard, geben sie den Musikern doch die gewünschte Bewegungsfreiheit auf der Bühne. Konzerte mit ausgedehnten Tanzeinlagen, wie sie etwa Madonna, Britney Spears oder Beyoncé präsentieren, sind ohne den Einsatz von drahtlosen Tonübertragungs-Anlagen undenkbar; insofern haben Mikroport-Anlagen auch die Bühnenshows verändert.