One-Take-Verfahren

One-Take-Verfahren, von englisch one für »eins« und to take für »nehmen«, Begriff aus der Tonaufnahmetechnik; bezeichnet wird damit die Tonaufnahme einer kompletten Komposition in einem Durchgang.

Das One-Take-Verfahren war bis zur Einführung der Magnettontechnik und später des Mehrspurverfahrens die einzig möglich Technik und wurde bis in die 1960er-Jahre angewendet. Dabei befindet sich der Interpret oder die Interpreten praktisch im Studio in der Situation eines Konzertes: Das komplette Stück wird ohne Unterbrechung gespielt und aufgenommen. Dabei werden kleine Fehler hingenommen, größere Fehler erfordern eine erneute vollständige Aufnahme. In jüngerer Zeit wurde diese Technik nur noch bei Live-Aufnahmen angewendet, doch werden etwa seit Beginn der 1970er-Jahre auch Live-Aufnahmen nachträglich manipuliert, bis hin zur nachträglichen Einspielung weiterer Instrumentalteile.
Während in der Rock- und Pop-Musik das One-Take-Verfahren längst keine Rolle mehr spielt, wird aber gelegentlich im Jazz und auch in der Kunstmusik angewendet. Im Jazz hat das Verfahren auch einen gewissen dokumentarischen Wert, denn da Improvisation in dieser Musik die herausragende Rolle spielt, kann nur auf diese Weise die Einmaligkeit etwa eines Solos festgehalten werden.