Phantomspeisung

Phantomspeisung, für den Betrieb von Kondensatormikrofonen notwendige Spannung

Kondensatormikrofone benötigen für ihre ordnungsgemäße Funktion eine Spannungsversorgung, die üblicherweise der Mikrofonvorverstärker oder das Mischpult liefert. Die Höhe der Spannung beträgt zwischen 9 Volt und 48 Volt; in der Studiotechnik hat sich eine Spannung von 48 Volt als Standard durchgesetzt.

Die Spannung wird dem Mikrofon über das Mikrofonkabel zugeführt, wobei die Pole 1 und 3 benutzt werden. Zwischen diesen beiden Polen ist die Spannung nicht messbar, wohl aber zwischen jedem einzelnen Pol und Pol 2 (Masse). Aus diesem Grund wird die Spannungszuführung auch Phantomspeisung genannt.

Die Spannung erfüllt zweierlei Aufgaben: Zum einen benötigt die Mikrofonkapsel, die ja aus Elektrode (Membran) und Gegenelektrode einen Kondensator bildet, selbst diese Spannung, um überhaupt eine Ladung zwischen den Elektroden aufbauen zu können. Zum anderen benötigt der in das Mikrofon eingebaute Impedanzwandler – eventuell auch ein integrierter Vorverstärker – eine Stromversorgung.

Elektretmikrofone, die der Bauart nach ebenfalls Kondensatormikrofone sind, benötigen keine von außen zugeführte Phantomspeisung; bei diesen Mikrophonen übernimmt das Elektret diese Aufgabe für die Mikrofonkapsel. Eine meist eingebaute 1,5-Volt-Batterie dient der Stromversorgung des in das Mikrofon üblicherweise eingebauten Vorverstärkers.

Literatur

Görne, Thomas: Mikrofone in Theorie und Praxis; Aachen 1994