Sampler

Sampler, von englisch sample für »Beispiel, Stichprobe«, auch Sound Sampler, Gerät oder Software für die Digitalisierung, Bearbeitung und Speicherung beliebiger niederfrequenter Tonsignale; das digitalisierte Signal kann in ein analoges zurückgeführt werden. Da der Sampler keine eigene Tonerzeugung hat, ist er in engerem Sinne kein Musikinstrument, sondern ein Aufnahme- und Wiedergabegerät; er kann aber wie ein Musikinstrument gehandhabt werden. In diesem Sinne ist der Sampler ein Elektrophon.

Ein Sampler besteht im Kern aus drei Einheiten: Einem Analog-Digital-Wandler (A/D-Wandler), einem Digitalspeicher und einem Digital-Analog-Wandler (D/A-Wandler). A/D-Wandler sind in der Lage, eine am Eingang anliegende Spannung – etwa eine Tonfrequenzspannung – in digitale Werte zu wandeln. Dazu wird mittels des Pulscode-Modulation-Verfahrens die Spannung mitsamt ihren Schwankungen »abgetastet«, d.h., ihr werden Samples entnommen und in entsprechende digitale Werte umgesetzt. Dabei muss die Häufigkeit (Frequenz) der Abtastung mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste zu erwartende Frequenz der Spannung. Da der Hörbereich bis etwa 20 000 Hz reicht, muss eine Tonfrequenzspannung wenigstens 40 000mal in der Sekunde abgetastet werden, um zu gewährleisten, dass der gesamte Hörbereich erfasst wird. In der Praxis nimmt man einen geringfügig höheren Wert. So gibt es für die Sample-Frequenz verschiedene Normen. Die gebräuchlichste ist eine Samplefrequenz von 44,1 kHz/sek, eine Tonspannung wird also 44 100mal in der Sekunde abgetastet. Die Samplefrequenz von 44,1 kHz/sek bei einer Datentiefe von 16 Bit wird beispielsweise in der CD-Produktion verwendet. In der Studiotechnik kommen auf der Aufnahmeseite auch wesentlich höhere Sample-Rates zur Anwendung, etwa 96 kHz/sek oder auch 192 kHz/sek; gängig ist eine Datentiefe von 24 Bit.

Steht das Signal erst einmal als digitaler Datenstrom zur Verfügung, so kann er in vielfältiger Weise bearbeitet werden. Der bearbeitete Ton wiederum kann unter Einsatz gängiger Massenspeicher wie Festplatte oder CD-ROM gespeichert und nach Durchlaufen eines D/A-Wandlers durch übliche Verstärker-Lautsprecher-Ketten wieder hörbar gemacht werden.

Technisch gesehen kann ein Sampler ein Gerät sein, er kann mit einer Klaviatur versehen sein, er kann aber auch als Software in einem mit einer Soundkarte – die die A/D- und D/A-Wandler enthält – versehenen Computer laufen.

Von Samplern wird in der Musikproduktion und Musikaufführung mittlerweile ausgiebig Gebrauch gemacht. Manche Musikstile wie HipHop und Techno beruhen zum großen Teil auf dem Einsatz von Samplern, Filmmusik ist ohne den Einsatz von Sample-Librarys – mit deren Hilfe selbst groß besetzte Orchester mit authentischen Klängen simuliert werden können, undenkbar. In Rock und Popmusik werden authentische Instrumentalklänge wie zum Beispiel das Klavier zumindest auf der Bühne beinahe ausschließlich unter Einsatz von Samples erzeugt.

Die ersten Sampler kamen mit dem Synclavier und dem Fairlight-CMI-System in den 1980er-Jahren auf, es folgten die Emulator-Modelle von EMU; als Vorläufer können die Drum Computer gesehen werden, die authentische Schlagzeugklänge als Samples bereit hielten; mit diesen Geräten konnte der Musiker aber noch nicht selbst samplen. Einem breiteren Publikum wurde die Sample-Technik erst zugänglich, als die für Computer gedachten Soundkarten A/D- und D/A-Wandler enthielten. Mittlerweile stellen mehrere Firmen Sample-Geräte her. Software-Sampler sind etwa die Halion-Software der Firma Steinberg und die Gigastudio-Software der Firma Tascam.