Ampex

Ampex, US-amerikanischer Hersteller von Audio- und Videotechnik, 1944 von dem in Russland gebürtigen Ingenieur Alexander Matthew Poniatoff (* 1892, † 1980) unter dem Namen Ampex Electric and Manufacturing Company in San Carlos, Kalifornien, gegründet; der Name beruht auf den Anfangsbuchstaben der Namen Poniatoffs, an die er zusätzlich die Silbe »ex« hängte.

Poniatoff stellte zunächst Präzisions-Elektromotoren her. Als 1945 der Major der amerikanischen Armee, Jack Mullin, damit beauftragt wurde, nach Kriegsende de deutsche Rundfunktechnik zu untersuchen, entdeckte er die Magnetophon-Bandmaschinen von AEG-Telefunken, die es dem deutschen Rundfunk ermöglicht hatten, den Sendebetrieb auch unter schwerstem Bombardement aufrecht zu erhalten. Er brachte zwei der Bandmaschine mitsamt 50 Bandspulen der IG Farben in die USA und passte sie an die in den USA herrschenden Gegebenheiten an, etwa an die unterschiedliche Netzfrequenz von 60 statt 50 Hz. Die veränderten Geräte präsentierte er Vertretern des Institutes of Radio Engineers in San Francisco. Diese erkannten zwar sofort Möglichkeiten und Leistungsvermögen der Bandgeräte, Einzug in den Studiobetrieb und damit in die Musikindustrie hielten sie aber erst 1947, als der Sänger Bing Crosby von deren Existenz erfuhr: Angehalten, jede Woche live eine Radio-Show produzieren zu müssen, gaben ihm die Tonbandgeräte die Möglichkeit, die Shows im Studio aufzunehmen und nicht in einer Quasi-Konzertsituation in laufender Sendung durchführen zu müssen. Auch war die Tonqualität, die die Bänder lieferten, besser als die der seinerzeit verwendeten Schellackplatten.
Crosby investierte 50 000 Dollar in die Weiterentwicklung der Bandgeräte, die Poniatoffs Firma Ampex übertragen wurde. Mullin und die Mitarbeiter von Ampex konstruierten auf der Grundlage der Magnetophone zunächst das Zweispurgerät Model 200, dann weitere mit mehr Spuren. Ein Gerät wurde Les Paul übergeben, der seinerseits mit Mehrspur-Aufnahmetechnik experimentierte; bereits Ende der 1950er-Jahre besaß Les Paul eine Bandmaschine mit acht Spuren.
Ampex übertrug Ende der 1950er Jahre die Technik auch auf die Aufzeichnung von Videomaterial und bot bald die ersten Video-Recorder an. Bei der Aufzeichnung von Audiomaterial legte die Firma das Hauptgesicht einerseits auf die Verbesserung der Tonqualitiät, andererseits auf die Erhöhung der Spurenanzahl. Mit dieser Entwicklung einher ging die Verbesserung des Bandmaterials, das ebenfalls von Ampex hergestellt wurde.
In den 1960er-Jahren waren in den Studios der USA zunächst Vierspur-Geräte üblich, bis Ampex 1966 die AG-1000-Maschine vorstellte, ein Gerät mit 16 Spuren. Der Nachfolger dieser Maschine war das MM 1000, das als erstes professionelles Gerät in massenweiser Serienfertigung hergestellt wurde. Ende der 1960er-Jahre waren professionelle Tonstudios durchweg mit 16-Spur-Maschinen ausgerüstet, viele mit denen von Ampex. Die Konkurrenz, etwa Studer, Otari und Sony, holte auf, und nachdem MCI 1968 eine Bandmaschine mit 24-Spure vorgestellt hatte, geriet Ampex allmählich ins Hintertreffen, trotz der ausgezeichneten Qualität ihrer Geräte. Zunehmend verlegte sich de Firma auf Entwicklung und Herstellung von Geräten für die Fernseh- und Video-Produktion. 1991 wurde der gesamte Bereich der Audio-Geräte-Produktion an Sprague Magnetics verkauft. In jüngerer Zeit widmet sich Ampex vornehmlich der Produktion von Systemen zur dauerhaften Speicherung von in digitaler Form vorliegenden Daten.
Zeitweise beherrschte Ampex den Markt in einem Maße, dass der Firmenname geradezu zum Synonym für Bandgeräte und vor allem die Tonbänder wurde. Kurzzeitig, zwischen 1970 und 1973, betrieb Ampex unter dem Namen Ampex Records auch ein eigenes Schallplatten-Label, jedoch mit wenig Erfolg.


Website

http://www.ampex.com (Offizielle Website der US-amerikanischen Firma Ampex)