Echogerät

Echogerät, Gerät zur Erzeugung künstlichen Echos.

Schon ein normales Tonbandgerät mit getrenntem Aufnahme- und Wiedergabe-Tonkopf kann zur Erzeugung eines Echos benutzt werden: Dazu wir das Schallereignis, das mit einem Echo versehen werden soll, auf das Tonband aufgezeichnet, danach von dem nur wenige Zentimeter entfernten Wiedergabekopf abgenommen und die Tonspannung mit um Weniges erniedrigtem Pegel teilweise erneut dem Aufnahmekopf zugeführt. Auf diese Weise erhält man ein Echo, dessen Laufzeit sich aus Entfernung zwischen Aufnahme- und Wiedergabe-Tonkopf sowie der eingesetzten Bandgeschwindigkeit ergibt.
Nach diesem Prinzip arbeiten auch spezielle Bandschleifen-Echogeräte, deren einziger Zweck darin besteht, Echos zu einem auf deren Eingang gegebenen Signal zu erzeugen. Sie verfügten über eine Bandschleife mit einer Länge von typischerweise etwa 50 cm sowie über mehrere Aufnahme- und Wiedergabeköpfe, beispw. drei Aufnahme- und zwei Wiedergabeköpfe. Häufig waren verschiedene Bandgeschwindigkeiten und damit Echofolgen wählbar, doch lehnten sich diese Bandgeschwindigkeiten nicht unbedingt an die bekannten Geschwindigkeiten von Tonbandgeräten an, sondern konnten etwa 22 cm/sek oder 44 cm/ sek. betragen. Mittels ausgeklügelter Verschaltung konnten verschiedene Echofrequenzen eingestellt werden. Hersteller dieser Geräte waren z. B. Dynacord und Klemt-Echolette. Ein markantes Beispiel vom Einsatz eines Band-Echogerätes gibt der Song »Waterloo Sunset« (1967) der britischen Rockband The Kinks; der Klang der elektrischen Gitarre resultiert aus der Verwendung des Gerätes.
Waren die ersten Echogeräte mit Röhren bestückt, so wurden ab den 1960er-Jahren zunächst Transistoren, später dann auch integrierte Schaltungen verwendet. Mit Aufkommen der Eimerketten-Technik für die Verzögerung niederfrequenter Signale wurden Band-Echogeräte obsolet , die Herstellung lief etwa 1980 aus. Im Laufe der 1980er-Jahre wurden die anlaog arbeitenden Echogeräte sukzessive von digital arbeitenden Geräten abgelöst. Echo – das ja ein Sonderfall des Nachhalls ist – kann seitdem von jedem Hallgerät erzeugt werden. In jüngerer Zeit können mittels der Technik des Faltungshalls reale Echos für musikalische HZwecke genutzt werden.
Die alten Band-Echogeräte erlebten mit eben dieser Technik eine Art Renaissance, stehen ihre mittels Sample-Technik gewonnenen Eigenschaften nun auch in verschiedenen Plug-Ins etwa für Software-Sequencer zur Verfügung.



Weblink

http://www.echolette.de (Website mit Informationen zu älterer Orchesterelektronik)