Aural Exciter

Aural Exciter, auch nur Exciter, englisch für etwa »Hörbereichs-Anreger«, elektronisches Gerät, auch Software, zur Klangverbesserung von Schallereignissen jeglicher Art; das Gerät wurde 1955 von dem Amerikaner Charles D. Lindridge erfunden.

Das Gerät macht sich psychoakustische Effekte zunutze und ist daher weniger ein Effektgerät, als dass es zur Verbesserung eines Klanges dient. Im Wesentlichen beseht ein Aural Exciter aus einem Hochpassfilter und einer Verstärkungsstufe, die grundsätzlich im Übersteuerungsbereich arbeitet. Das originale Tonsignal wird dem Hochpass zugeführt, der Frequenzen zwischen 3000 und 5000 Hz herausfiltert und diese der Verstärkungsstufe zuführt. Hier erhält dieser Frequenzbereich aufgrund der Übersteuerung weitere Obertöne, die sich notgedrungen aus dem Obertonspektrum des zugeführten Filtersignals ergeben; es kommen also keine unabhängig vom Eingangssignal erzeugten Obertöne hinzu. Mitunter wird der auf diese Weise behandelte Frequenzbereich wird dem ursprünglichen Signal wieder hinzugefügt, wobei der Anteil regelbar ist. Das Ergebnis fällt dem Hörer nicht unbedingt auf, doch bewirkt die Bearbeitung des Tonsignals durch eine Aural Exciter, dass dem Hörer im Vergleich diese Aufnahme deutlicher, präsenter und im besten Falle angenehmer erscheint. Besonders bei erwartbar eher geringwertigen Wiedergabeanlagen ist der Einsatz eines Aural Exciters von Vorteil. Bei forciertem Einsatz der Klangbearbeitung wird dieser Effekt aber in das Gegenteil verkehrt.

Der Aural Exciter wurde ab 1970 von der amerikanischen Firma Aphex als Gerät zur Verfügung gestellt, wurde aber bis zur Jahrtausendwende auch von anderen Firmen gebaut; es gibt den Effekt auch als Plug-In für Audio-Sequencer und andere Musik-Software. Die grundsätzliche Idee wurde auch dahingehend modifiziert, dass statt eines Hochpassfilters ein oder mehrere Bandpassfilter eingesetzt werden; derartige Geräte werden als Enhancer bezeichnet.

Literatur

Peel, John: Making 4-Track Music; London 1989