Fairlight CMI

Fairlight CMI, Computer-Musiksystem (Elektrophon), 1979 von der in Sydney ansässigen und von Peter Vogel und Kim Ryrie gegründeten Firma Computer Musical Instruments (CMI) vorgestellt; das Instrument gilt als der erste für den musikalischen Einsatz brauchbare Sampler.

Kernstück des Fairlight CMI ist eine auf einem Doppelprozessor des Typs 6800 der amerikanischen Firma Motoroloa basierende Sampling-Einheit, die es ermöglicht, beliebige natürliche und künstliche Klänge zu digitalisieren, weiter zu verarbeiten und wieder in analoge Signale rückzuwandeln. Auf einem Bildschirm können Wellenformen angezeigt und mit Hilfe eines Lichtgriffels verändert oder gänzlich neu gestaltet werden. In späteren Modellen (CMI III) wurde der Lichtgriffel durch ein Grafiktablett ersetzt. Auch ist das Instrument mit herkömmlichen Piano-Tastaturen spielbar, wobei Tastaturen sowohl mit einem als auch mit zwei Manualen verfügbar waren. Spannungsgesteuerte Filter und Verstärker dienen der Bearbeitung von Klängen, die in analoger Form vorliegen. Die längste Sample-Zeit des Fairlight CMI betrug bei vollem Speicherausbau etwa zwei Minuten, während auf einer Festplatte bis zu zwölf Minuten lange Aufnahmen festgehalten werden konnten.
Vorläufer des Fairlight war ein Synthesizer, der Qasar M8, der in der Lage sein sollte, Wellenformen in Echtzeit zu errechnen; aufgrund der seinerzeit, Mitte der 1970er-Jahre, noch zu geringen Rechenleistung erwies sich die als unmöglich. Vogel und Ryrie sahen die Möglichkeit, das Verfahren abzukürzen, indem dem Gerät bereits fertige Wellenformen zur Verfügung gestellt und dann mehr oder weniger umfangreichen Manipulationen unterworfen werden sollten. Es war mit diesem Verfahren unnötig, dass der Synthesizer auch noch die Töne selbst erzeugen müsste. Um die Wellenformen zu gewinnen, wurde das Gerät mit einer Sample-Möglichkeit ausgerüstet. Das erste Modell der CMI-Reihe, der CMI Series I, wurde 1979 präsentiert. Die Sample-Rate war mit 24 kHz noch etwas zu gering, dies wurde für die CMI Series II 1982 verbessert, 1983 wurde das Instrument mit einer MIDI-Schnittstelle versehen. Mit der Series III erhielt der CMI den Motorola-Prozessor 68000 – der etwa auch in frühen Computern von Apple, Atari und Commodore verwendet wurde – sowie einen Co-Prozessor, den Motorola 6809.
Entsprechend der Maxime von Vogel und Ryrie wurden für den Bau der CMI-Instrumente nur hochwertige Bauteile verwendet, die Geräte selbst von Hand montiert. Die aufwändige Herstellung wie auch die umfangreiche Ausstattung führten zu einem sehr hohen Preis, so dass Konkurrenten wie das Synclavier von New England Digital und die Emulatoren von EMU dem CMI das Feld streitig machten. Vogel und Ryrie gingen schließlich mit ihrer Firma in Konkurs. Später versuchte Ryrie noch einmal, mit Geräten, die auf dem CMI basierten, auf dem Markt der Audio-Bearbeitungstechnik Fuß zu fassen, doch war auch dies nicht von Erfolg gekrönt. Vogel gründete 2009 eine Firma, die zunächst Fairlight Instruments hieß, seit 2012 aber Peter Vogel Instruments. Einerseits baute er eine Art »Nostalgie«-Ausgabe des CMI 3, die CMI-30A hieß und auf 100 Exemplare limitiert war, andererseits bietet er seit 2011 eine App für Apples iPhone und iPad an, zu deren Lieferumfang die komplette Sound-Library des CMI gehört.
Wenn auch die technische Entwicklung längst über die Möglichkeiten des Fairligth CMI hinweggegangen ist – die Produktion des Fairlight CMI III wurde 1991 eingestellt –, und der einst avantgardistische Musik-Computer von durchschnittlichen Konsumer-PCs leicht überboten wird, so hatte er doch eine bedeutsame Stellung in der Rockmusik der 1980er-Jahre. Sein durchaus wiedererkennbarer Klang kann etwa auf Aufnahmen von Peter Gabriel, Thomas Dolby, Stevie Wonder, Herbie Hancock, ↑Geoff Downes und Jean Michel Jarre gehört werden. Eine Virtuosin im Umgang mit dem Fairlight ist die britische Sängerin und Musikerin Kate Bush. Die Komponisten und Keyboard-Spieler Hubert Bognermayer und Harald Zuschrader verwendeten für ihre Komposition »Erdenklang« gleich mehrere der Geräte, um das Werk auch im Konzert aufführten zu können. Der Produzent Tony Mansfield setzte den CMI III bei der Produktion der LP »Bouncing of the Satellites« der amerikanischen Band The B-52’s ein, das Instrument ist jedem der zehn Songs zu hören. Die Möglichkeit, Klänge in Echtzeit zu bearbeiten zog auch Komponisten der Neuen Musik, so etwa Iannis Xenakis (* 1922, † 2001) an, der den CMI II auch im Konzert einsetzte.



Diskografie

Kate Bush: The Dreaming (1982)



Weblink

http://www.fairlightau.com (Offizielle Website zu Fairligt-Musiksystemen)