Faltungshall

Faltungshall, auch Impulsfaltung, englisch Convolution Reverb, Methode, mittels Sampling und anschließender Berechnung die Nachhalleigenschaften eines authentischen Raumes zu nutzen.

In der Theorie war die Methode des Faltungshalls zwar seit langem bekannt, in der Praxis scheiterte eine Nutzung jedoch lange Zeit an der fehlenden Rechenleistung von Computern. In jüngerer Zeit, mit erheblich gestiegener Leistungsfähigkeit selbst so genannter Microcomputer, ist die Berechnung eines Faltungshalls mit nahezu jedem Klein-Computer möglich.
Technische Voraussetzung für die Technik war das Sampling, also das Digitalisieren beliebiger Schallereignisse. Für die Nutzung eines beliebigen Hallraumes ist es zunächst erfoderlich, die so genannte Hallantwort des Raumes zu erhalten und zu isolieren. Dazu wird in dem betreffenden Raum – Kirche, Halle, beliebiger anderer Raum – ein Schallereignis erzeugt und mit Mikrofonen abgenommen. Das Schallereignis muss den gesamten Hörbereich abdecken; dazu wird entweder ein Sinus-Sweep – also ein Sinuston, der innerhalb kürzester Zeit den gesamten Hörbereich von 0 bis etwa 20 000 Hz darstellt – oder ein Schuss in den Raum gegeben. Aus dem Sample wird das Schallereignis anschließend herausgerechnet. Auf diese Weise erhält man die Hallantwort des Raumes ohne einen Ton. An dessen Stelle kann nun ein beliebiges anderes Schallereignis treten, das unter Einsatz eines entsprechenden Software-Algorhythmus an die Stelle des ursprünglichen Schallereignisses tritt. Das Ergebnis erweckt den Eindruck, dass dieses Schallereignis in dem ursprünglichen Raum stattgefunden hat – etwa ein Gitarrenton im Taj Mahal.
In der Praxis liegen die Schallantworten als Wave-Dateien vor, die mit dem zu verhallenden Schallereignis – etwa Gesang oder auch Töne von Gitarren, Orgeln usw. – mittels entsprechender Software in »Echtzeit« kombiniert werden. Faltungshall klingt sehr authentisch und wird besonders für Vokalaufnahmen verwendet.
Die Technik selbst ist nicht auf Hall beschränkt, sondern lässt sich auch auf andere Gebiet der Elektroakustik übertragen. So kann beispielsweise die spezielle Klangcharakteristik eines Verstärkers mittels der oben beschriebenen Methode festgehalten werden und als Klangprogramm einem anderen Verstärker beigegeben werden – ein Transistorverstärker kann auf diese Weise also wie ein Röhrenverstärker klingen.