Overdubbing

Overdubbing, auch Overdub oder nur Dubbing, bis in die 1960er-Jahre gängiges Tonaufnahmenverfahren, das zum Ziel hat, zu einer bereits vorhandenen Aufnahme eine weitere auf dasselbe Band zu spielen.

Vor der Entwicklung der Mehrspurtechnik war es dazu üblich, einfach den Löschkopf des Aufnahmegerätes abzuschalten. Da die Aufnahmen durchweg monophon waren, war dieses Verfahren leicht möglich. Man nahm dabei allerdings in Kauf, dass mit jedem Overdub – wie die Technik auch kurz genannt wird – die ursprüngliche Aufnahme an Qualität einbüsste.

Die etwa ab Mitte der 1960er-Jahre eingeführte Mehrspurtechnik machte das Overdubbing überflüssig, da für jede hinzuzufügende Aufnahme eine weitere Spur eingesetzt werden konnte. War die Anzahl der Spuren bei Bandgeräten noch begrenzt auf maximal 46 Spuren, so unterliegt moderne Produktionssoftware keinerlei Einschränkungen in der Zahl der Spuren. In der Anfangszeit der Mehrspurtechnik wurde ein kombiniertes Verfahren eingesetzt: Weitere Schallereignisse wurden zwar auf getrennten Spuren zur ursprüngliche Aufnahmespur hinzugefügt, immer wieder aber zusammengefasst, um bespielte Spuren wieder frei zu machen. So ist beispielsweise auch die LP »Sergeant Pepper’s Lonley Hearts Club Band« von den Beatles auf diese Weise zustandegekommen; seinerzeit stand der Band ein Aufnahmegerät mit vier Spuren zur Verfügung. Einen Einblick über die Entwicklung der Aufnahmetechnik in den 1960er-Jahren gibt George Martin, Produzent der Beatles, in seinem Buch »All You need is Ears«.

Literatur

Martin, George: All You need is Ears; London 1979